Murnauer Bauhof und hiesige Handwerker packen an

Murnauer erneuern Feldkreuz an Kohlgruber Straße

Feldkreuz Murnau Kohlgruber Straße
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Am Ortsausgang Murnau wurde s‘Raitenkreuz erneuert und feierlich gesegnet.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Wer das Gebet sucht, der möchte in der Regel nicht nur Gott, sondern auch Ruhe finden. Vielerorts gibt es beschauliche Plätze, welche die Begegnung mit beidem ermöglichen sollen, Feldkreuze in idyllischer Umgebung. Doch nicht immer erwarten Betende Stille und Einsamkeit an einem solchen Kruzifix. Das wohl beste Beispiel: s’Raitenkreuz an der Kohlgruber Straße. Und obgleich das hölzerne Konstrukt in seiner Position nicht unbedingt zum Verweilen einlädt, wurde es nun umfassend erneuert und aufgefrischt.

Wenn selbst der hiesige Pfarrer einige Male vorbeifahren musste, um das Kreuz zu entdecken, was sagt das über das Kruzifix aus? Oder über die Stelle, an der dieses zu finden ist? Wie Siegbert Schindele vor der Segnung des erneuerten Kreuzes erzählt, habe es einige Fahrten nach Hause gebraucht, bis er das Raitenkreuz an der Kohlgruber Straße am Ortsausgang von Murnau wirklich wahrgenommen habe. Dabei existiert der Kreuzstandort schon seit den 1870er Jahren, das Kreuz steht dort seit 1940.

Gemeinsam mit Pfarrerin Simone Feneberg segnete der Pfarrer das Feldkreuz nun, das aufwendig saniert wurde. Mehr als das. Denn das Kreuz wurde ersetzt, von Bauhofmitarbeitern erneuert. Ebenso das Fundament. Darauf blicken nun nicht allein Mitarbeiter des Bauhofs sowie Pfarrerin und Pfarrer, sondern auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und seine Stellvertreterin Dr. Julia Stewens (FWG). „Es ist wirklich wunder-, wunderschön geworden“, meint der Rathauschef, der glücklich darüber ist, dass das Kreuz an der vielbefahrenen Kohlgruber Straße vor einem von Radfahrern gern genutzten Weg „nicht einfach weggerissen wurde“, auch wenn es von Autofahrern und Radlern nicht wirklich wahrgenommen werden würde.

„Jesus strahlt frisch im Glanz der Farbe“, freut sich Pfarrerin Feneberg, die aus der Bibel rezitiert und darüber spricht, welche Bedeutung Kreuze an Wegesrändern für den Menschen haben. Diese würden etwa aus Dankbarkeit aufgestellt werden oder seien Ausdruck von Hoffnung. Auf ihrem Weg von Weilheim in die Arbeit sehe sie viele Kreuze an der Straße stehen und verbindet damit den Wunsch Angehöriger, dass ein Verstorbener „bei Gott eine neue Heimat gefunden“ habe.

Eine neue Heimat hat das Raitenkreuz nun nicht gefunden, obgleich es vielleicht nicht die beste Stelle zum Innehalten ist, wurden das Fundament und das Kreuz an der alten Stelle, die von Bäumen halb umrahmt wird, erneuert. Doch freilich wurde nicht alles ersetzt. Geblieben ist die Figur Jesu, welche von Franz Fischer neu gefasst wurde, in „20 bis 25 Stunden“, schätzt der Maler. Viele Risse hätten sich in der Farbe über den Leib gezogen. Fischer wischt über sein Smartphone, zeigt Aufnahmen der Figur in ihrem alten Zustand. Der Maler hatte reichlich zu schleifen. Nun erstrahlt die Figur wieder, sanftes Inkarnat, dazu ein blassblaues Lendentuch und kräftig braunes Haupthaar. Vollständig war die Figur jedoch nicht, ein Finger war abhandengekommen und musste rekonstruiert werden. Und scheinbar fehlte noch etwas. Fischer lächelt. Am Kopf der Figur leuchten nun goldfarbene Strahlen, solche, die auf einer alten Fotografie, an der man sich augenscheinlich orientierte, eigentlich nicht zu sehen waren. Doch Fischer entdeckte drei Löcher am Kopf der Holzfigur. Und der Maler war und ist davon überzeugt, dass an diesen Stellen einmal Strahlen angebracht waren. Ohne solche „stimmt die Proportion nicht“, erklärt er.

Nun blickt der Maler auf das neue Kreuz, das in einem neuen Fundament steckt. Und er betrachtet die Jesus-Figur, die vor blauem Hintergrund in frischen Farben leuchtet. Die Strahlen „stehen ihm gut“, schmunzelt Fischer sichtlich zufrieden.

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