Große Versäumnisse in Murnau?

Fraktionen geben gemeinsame Erklärung zum Murnauer Umspannwerk ab

Umspannwerk Murnau
+
Fraktionen aus dem Murnauer Gemeinderat erheben Vorwürfe gegen den Bürgermeister in Sachen Umspannwerk.

Murnau – Die Fraktionen der CSU, Grüne und Mehr Bewegen des Murnauer Gemeinderats sind sich einig: das Projekt, das Umspannwerk zu verlagern, ist ein „Lehrstück, wie Projekte durch Intransparenz und Unvermögen scheitern“.

„Wir sind davon überzeugt, dass durch gutes Management unter der Federführung des Bürgermeisters und einer frühzeitigen Einbindung des Gemeinderates und der Bürgerschaft, die Verlagerung definitiv von Erfolg gekrönt gewesen wäre“, erklären die Fraktionsspitzen Veronika Jones (Grüne), Rudolf Utzschneider (CSU) und Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) einstimmig in einer Mitteilung.

Bereits 2017 sei erstmals eine mögliche Verlagerung des Umspannwerks innerhalb der Verwaltung thematisiert worden. Zwei mögliche Standorte seien dafür aber wieder verworfen worden. „Im September 2020 wurden die Fraktionssprecher erstmals über eine mögliche Einhausung als neue Option am Standort Grüngutdeponie informiert“, so die Fraktionsspitzen. Im Gemeinderat seien Ende November 2020 alle Optionen südlich der Riegseer Straße, und damit auch der Standort Grüngutdeponie, als nicht verwirklichbar eingestuft worden.

Aus Dringlichkeit wurde ein Arbeitskreis mit Vertretern aller Fraktionen einberufen und sich weiter für eine Verlagerung eingesetzt. „Durch Abwesenheit geglänzt hat dort Bürgermeister Rolf Beuting. Angeblich nahm er an den Sitzungen nicht teil, da er das Projekt nicht gefährden wolle.“

Beispielhaft für die missglückte Informations- und Kommunikationspolitik seitens des Bürgermeisters sei der Irrglaube, ein Verbleib am derzeitigen Standort brächte zwingend eine massive Erhöhung der Masten mit sich. „Dies ist jedoch nicht der Ertüchtigung des Standorts geschuldet, sondern einem Bauvorhaben einer benachbarten Gewerbeimmobilie.“

Ebenfalls wenig bekannt sei, dass bei einer Verlagerung ein Teil der Technik am bestehenden Standort verblieben wäre. Aus einem großen Umspannwerk wären zwei kleine geworden. Auch eine Unterschriftenliste „pro Verlagerung“ sei dem Gemeinderat bis heute nicht vorgelegt worden. Zudem gebe es von keinem der betroffenen Anrainer eine rechtsgültige Zusage, das jeweilige Grundstück mit einer Dienstbarkeit zu belasten. Ohne diese sei jegliche Verlagerung unmöglich.

Retten, was zu retten ist

„Eine Einhausung am jetzigen Standort ist die einzige verbliebene Möglichkeit aus städtebaulicher Sicht noch etwas zu verbessern. Dies geschieht ausschließlich auf Initiative und Beschluss einer Mehrheit des Gemeinderats und war vom Bürgermeister nicht vorgesehen, obwohl die Fraktionen CSU, Mehr Bewegen und Grüne bereits am 16. November einen Antrag auf Prüfung dieser Variante gestellt hatten.“

Insgesamt wurden sieben Alternativstandorte vom Gemeinderat debattiert und genau beurteilt. Bis heute gebe es zu keiner Variante eine verlässliche Finanzplanung.

Der Arbeitskreis und der Marktgemeinderat hätten mit hohem Einsatz in nur drei Monaten versucht zu retten, was nicht mehr zu retten war. Es sei nicht möglich gewesen, in dieser kurzen Zeit die Versäumnisse von drei Jahren auszugleichen. „Für das Scheitern ist einzig und allein durch seine Untätigkeit Bürgermeister Rolf Beuting verantwortlich.“

Von Kreisbote

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Leonhard Hinterholzer und Sabine Buchberger siegen mit ihren Kälbern
Leonhard Hinterholzer und Sabine Buchberger siegen mit ihren Kälbern
Corona bremst Bäckerei Kasprowicz aus
Corona bremst Bäckerei Kasprowicz aus
Landkreis-Medaille für Soldaten aus Murnau
Landkreis-Medaille für Soldaten aus Murnau
Aufwendige Sanierung der Tiefgarage am KTM ist abgeschlossen
Aufwendige Sanierung der Tiefgarage am KTM ist abgeschlossen

Kommentare