"Ökologischer Wahnsinn"

Murnauer Gemeinderat lehnt Vergrößerung der Fußgängerzone ab

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Der Marktgemeinderat lehnte eine Verlängerung der Fußgängerzone in den Untermarkt hinein ab.

Murnau – Wie soll sich die Fußgängerzone entwickeln? Der Gemeinderat lehnte einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen ab, die Murnauer Flaniermeile zu vergrößern.

Die Grünen stellten sich mit ihrem Antrag auf die Seite der Gewerbetreibenden, die – wie Fraktionssprecherin Veronika Jones sagt – während der Corona-Krise besonders gebeutelt werden. Ihr zufolge geht es aktuell nicht darum, eine generelle Vergrößerung der Fußgängerzone zu erreichen, sondern der heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen: „Gerade jetzt brauchen wir mehr Kunden im Ortszentrum. Freischankflächen fördern die Belebung des Untermarktes.“

Der in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates abgelehnte Vorschlag der Grünen sah vor, die bestehende Fußgängerzone ab der Schlossberg-Straße nach Süden bis zum Angerbräu zu ziehen. Und zwar an den Wochenenden und Feiertagen. Zeitlich begrenzt auf die Sommermonate.

Während dieser Zeit hätte, so Jones, untersucht werden können, wie sich die Verkehrsströme nach einer Straßensperre im Untermarkt auf andere Ortsteile auswirken. Solche Daten gibt es derzeit nicht, auch wenn Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP) bereits 2017 eine entsprechende Untersuchung im Rahmen des Verkehrskonzeptes „Murnau Mobil 2025“ angekündigt hatte.

Solange keine belastbaren Zahlen vorliegen, bleiben die Bedenken der Gegner einer verlängerten Fußgängerzone Spekulation. Befürchtet wurde nämlich, dass sich die Autofahrer Ausweichrouten über die Schwaiganger-Straße und über Weindorf suchen werden, wie Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) und Michael Hosp (CSU) im Hauptverwaltungsausschuss einwarfen. Hosp bezeichnete es einen „ökologischen Wahnsinn“, wenn die Leute lange Umwege fahren müssen, um ins Ortszentrum zu kommen.

Ein weiteres Gegenargument für eine „Maxi-Fußgängerzone“ war es, dass die Geschäfte und das Rathaus mit dem Auto erreichbar bleiben müssen.

Bürgermeister Beuting, der zur Klärung der Fußgängerzonen-Frage bereits vor drei Jahren eine Bürgerbeteiligung mittels Ratsbegehren ins Spiel gebracht hatte, aber nicht vorantrieb, favorisierte einen sogenannten „Shared Space“ im Untermarkt; also einen Straßenabschnitt, in dem Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt sind.

Von Günter Bitala

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