Grundstücke fixieren und Mieten stabilisieren

Murnauer Genossenschaft will bezahlbaren Wohnraum schaffen

Gründerteam Murnauer Bürgergenossenschaft
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„Der Siedlungsdruck ist unglaublich hoch“, sagt Veronika Jones, die neben dem Vorsitzenden Franz Reger als Aufsichtsrätin Teil des Gründerteams der Murnauer Bürgergenossenschaft ist.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Ein gutes halbes Jahr ist es her, da wurde die Murnauer Bürgergenossenschaft im Registergericht München als Verband eingetragen. Viel passiert ist seitdem aber nicht, zumindest nicht so viel, wie erhofft – der Pandemie wegen. Das soll sich nun ändern. Mit der Genossenschaft habe man den „Grundstein gelegt, das Rechtliche geklärt“, jetzt brauche es Menschen, die aktiv und passiv mitmachen, meint Veronika Jones aus dem Gründerteam.

Ein blaues Logo mit Bergen, einem See und einem Häuschen ist auf der Homepage des Zusammenschlusses zu sehen. Mit Bauen und Leben im blauen Land beschäftigt sich die Murnauer Bürgergenossenschaft, die vor Ort bezahlbaren Wohnraum schaffen will. 2019 sei man auf die Idee gekommen, dank Vorträgen von Elmar Hayn im Kultur- und Tagungszentrum, eine Genossenschaft zu gründen, erinnert sich Jones zurück. Damals „war es erkennbar, dass es unglaublich viele Interessenten gibt“, so Jones, die gemeinsam mit Hayn sowie Jan-Ulrich Bittlinger im Aufsichtsrat der jungen Genossenschaft sitzt. Franz Reger und Franziska Besser agieren als Vorstände.

„Wir wissen, was wir können und dürfen“, meint Jones nach Monaten im Gewirr der Papiere und Zahlen. Niemand im Team habe ein persönliches Wohninteresse, betont Reger beim Blick auf die Gründer. Interesse haben die fünf aber daran, für Hiesige bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, regional tätig zu werden, dort „einen Gegenpol zu schaffen“, wo die Kommune an Grenzen stoße, sagt Reger. „Der Siedlungsdruck ist unglaublich hoch, nicht nur hier“, meint Jones an die hohen und steigenden Mieten denkend. Doch „die Ortschaften geben dem Druck nach“, bedauert sie und meint, mit einem Lächeln, dass es „vielleicht ein gallisches Dorf braucht“ – und vielleicht könne Murnau ein solches sein.

Doch wie und was soll gebaut werden? Auf jeden Fall „kein Ghetto“, betont Jones. Verschiedene Konzepte kann man sich vorstellen. „Die Möglichkeiten sind ja im Prinzip unbegrenzt“, sagt die Aufsichtsrätin. Mit Konkretem hält sich das Team aber noch zurück. Um überhaupt agieren zu können, und ehe man „Gespräche mit der hiesigen Politik forciert“, so Reger, braucht es noch Mitglieder – und mit diesen eben auch Kapital. Man müsse sich noch legitimieren, meint der Vorsitzende. „Die Summe der Menschen macht den Erfolg aus“, fügt Jones an. Und natürlich braucht es auch bebaubare Flächen, ob kommunale oder private. „Der Flaschenhals ist im Prinzip das Grundstück beziehungsweise der Grundstückspreis“, weiß Jones.

Weitere Informationen zur Murnauer Bürgergenossenschaft gibt es auf der Homepage und per E-Mail an info@genossenschaft-murnau.de.

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