Von Revue bis Literaturprojekt

Murnauer Horváth-Tage bieten vielseitiges Programm

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Josef Hader darf sich dieses Jahr über den Ödön-von-Horváth-Preis freuen.

Murnau – Seit 1998 lädt die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft alle drei Jahre zu den Murnauer Horváth-Tagen ein, um mit Gästen aus Bühnenkunst, Film und Wissenschaft das Werk des Wahl-Murnauers neu zu erleben.

In diesem Jahr kooperiert die Gesellschaft mit regionalen und überregionalen Institutionen, wie dem Deutschen Theatermuseum München, wo noch bis Sonntag, 17. November, eine Ausstellung über Ödon von Horváth zu sehen ist. Das Programm steht unter einem aktuellen Motto: „Tanzt unsere Gesellschaft wie in den wilden Zwanziger Jahren auf dem Vulkan? Wie können wir gegen Dummheit und Lüge für Vernunft und Aufrichtigkeit eintreten?“

Im Rahmen des von BR-Moderator Christoph Süß moderierten Eröffnungsabends am Freitag, 8. November, verleiht die Ödön-von-Horváth-Stiftung den Ödön-von-Horváth-Preis heuer an den österreichischen Kabarettisten, Schauspieler und Regisseur Josef Hader. Die Laudatio hält sein nicht weniger bekannter Kollege Georg Schramm. Freuen darf man sich auch auf die junge Regisseurin Eva Trobisch, die den Förderpreis erhält, sowie die Murnauer Holzbildhauerin Susanne Assum, die den Ödön-von-Horváth-Preis für Gestaltung in Empfang nehmen wird.

Die Vielseitigkeit des Programm zeigt sich zum Beispiel am Sonntag, 10. November, mit der hochkarätig besetzten Inszenierung „Tanz auf dem Vulkan“. Die Revue besteht aus packenden Texten, unter anderem von Horváth, Kästner und Tucholsky, mit Musik des Murnauer Komponisten Thomas Unruh. In den Hauptrollen sind die österreichische Burgschauspielerin Birgit Minichmayr und der aus vielen Film- und TV-Produktionen bekannte Schauspieler Michael Grimm zu sehen. Zwei weitere Bühnenattraktionen des Festivals sind die Neufassung von Horváths in München spielender Geschichte „36 Stunden“ und die Dramatisierung der Urfassung von Kästners Berliner Großstadtroman „Fabian – die Geschichte eines Moralisten“. Beide Stücke sind brandaktuelle Tragikomödien. Sie behandeln die explosive soziale und politische Lage gegen Ende der Weimarer Republik, die fiebrige Suche nach schnellem Sex, den Wunsch nach wahrer Liebe – und die große Schwierigkeit, bei all dem ein anständiger Mensch zu bleiben.

Eine Reihe weiterer Veranstaltungen laden dazu ein, dem Weltliteraten Ödön von Horváth neu zu begegnen: die prominent besetzten Horváth-Gespräche, verschiedene Kunstaktionen wie „Horváth spontan“ in der Murnauer Fußgängerzone und Jugend- und Literaturprojekte, zum Beispiel die Inszenierung der „Sportmärchen“ mit SchauspielerInnen mit und ohne geistige Behinderung. Mehr Details zu den Veranstaltungen gibt es unter www.horvath-gesellschaft.de. Karten gibt es unter anderem im Kultur- und Tagungszentrum in Murnau, Tel 08841/476250.

Von Kreisbote

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