Unterhaltung in schweren Zeiten

Murnauer "Kino im Griesbräu" feiert 65-jähriges Jubiläum

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2011 übernahm Georg Betzmeir das „Kino im Griesbräu“. In den Gängen des Murnauer Lichtspielhauses sind Filmplakate aus sieben Jahrzehnten ausgestellt.

Murnau – Georg Betzmeir begrüßt wieder Gäste im Murnauer Griesbräukino. Nach dreimonatiger Corona-Pause kam die Öffnung zur richtigen Zeit, denn das Lichtspielhaus feiert heuer das 65-jährige Jubiläum.

Im Juni 1955 schob sich der rote Vorhang des Regina-Filmtheaters zum ersten Mal auf. So hieß das „Kino im Griesbräu“ lange Jahre. „Nach Kriegs- und Aufbaujahren wollten die Menschen wieder Unterhaltung“, erklärte Betzmeir. Es war die Zeit der Sissi-Verfilmungen, der Komödien wie „Die Drei von der Tankstelle“ und „Das fliegende Klassenzimmer“. Hollywood spülte die berühmten Westernhelden über den Atlantik. Viel ist zwischenzeitlich passiert. Das Publikum sitzt nicht mehr auf harten Klappstühlen, sondern in bequemen Polstersesseln. Der alte Filmprojektor ist längst durch moderne Digitaltechnik ersetzt. Betzmeir, der 2011 das Kino übernahm, erzählt vom Zusammenbruch der deutschen Filmindustrie in den 1970er-Jahren. US-Produktionen überschwemmten den Markt. „Erst Ende der 1980er-Jahre kam mit Bernd Eichinger die Qualität in den deutschen Film zurück.“ Die Regisseure Doris Dörrie, Joseph Vilsmaier, Helmut Dietl nutzten ihre Chancen. „Deutsche Filme brauchen heute keine Konkurrenz fürchten“, so Betzmeir. Eberhofer-Krimis oder Streifen mit Elyas M‘Barek ziehen junge Leute in den Kinosaal. Mehr noch: „Kinos haben einen Bildungsauftrag“, sagt Betzmeir. Der Film-Enthusiast zeigt als Sonntagsmatinee anspruchsvolle Produktionen und hochklassige Dokumentationen; oft in Kooperation mit den örtlichen Kirchengemeinden.

Wegen Corona ist derzeit nur jede zweite Sitzreihe zugänglich. Beim Betreten oder Verlassen des Kinos besteht Maskenpflicht. Trotzdem ist sich Betzmeir sicher, dass Cineasten den Filmgenuss von der großen Leinwand herab zu schätzen wissen.

Von Günter Bitala

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