Einen Zehner fürs Pult

Kulturbeirat beantragt Vereinszuschüsse für Anmietung technischer Ausstattung

Das KTM von außen.
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Vereine, die sich für eine Veranstaltung den großen Saal im Kultur- und Tagungszentrum anmieten, können auf Zuschüsse der Marktgemeinde setzen. Angemietete Technik ist dabei bislang nicht mitinbegriffen.

Murnau – Schon jetzt können Vereine auf finanzielle Unterstützung seitens der Marktgemeinde setzen, etwa bei Investitionen, Anschaffungen oder Projekten. Auch bei Veranstaltungen dürfen sie bei der Anmietung von gemeindlichen Sälen und Räumlichkeiten mit Zuwendungen rechnen. Davon ausgeschlossen sind jedoch Kosten für gemietete Technik. Der Kulturbeirat beantragte nun, dass die Vereinsförderrichtlinie geändert wird, damit Mieten für Rednerpulte und Strahler nicht mehr so tief in die Vereinskassen greifen.

Für Leistungen der Marktgemeinde können Vereine bislang Zuwendungen beantragen. Hierzu zählen etwa Tätigkeiten des Bauhofs, aber auch „Mieten im Kultur- und Tagungszentrum sowie die Nutzung der sonstigen gemeindlichen Räume, Säle, Fahrzeuge oder Turnhallen“, heißt es in der Vereinsförderrichtlinie, die im August vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Eine Änderung dieser Richtlinie erstrebte nun der Kulturbeirat in einem Antrag. Die Mieten für Technik sollen mit Zuschüssen für Vereine bezahlt werden können, berichtet Marktkämmerer Josef Brückner. Begeistert ist man in der Verwaltung von diesem Antrag aber nicht sonderlich. Schließlich falle die Technik nicht so sehr ins Gewicht wie etwa die Saalmiete, so Brückner. Ein Strahler lasse sich schon für fünf Euro, ein Rednerpult für zehn Euro anmieten. Außerdem dürfen Vereine ihre eigene Technik für Veranstaltungen, zum Beispiel in den Räumlichkeiten des Kultur- und Tagungszentrums, mitbringen. Hinzu komme, dass dort „kurzfristige Stornierungen sehr großzügig behandelt werden“, fügt der Kämmerer noch an.

Zwar dürfte ein Zehner fürs Rednerpult in jeder Vereinskasse zu finden sein, dennoch möchte Dr. Elisabeth Tworek (Mehr Bewegen) eines nicht unerwähnt lassen: „Kulturschaffende sind von der Pandemie extrem betroffen.“ So sieht das auch Mehr Bewegen-Fraktionssprecher Phillip Zoepf, der vorschlägt, den Vereinen wieder „in die Schuhe zu helfen“, indem man Zuschüsse für Technikanmietung zeitlich befristet. „Ein Rednerpult für zehn Euro – zehn Euro!“, wiederholt da Brückner. „Wenn daran eine Kulturveranstaltung scheitert“, sagt der Kämmerer ohne den Satz zu Ende zu bringen.

Ein Grundpaket für Vereine

Mit besagten zehn Euro verliere die Gemeinde nicht viel Geld, meint Josef Bierling (CSU), der jedoch auch betont, dass das Thema „schwierig“ sei. Doch die technische Ausstattung hänge auch mit dem Renommee des Hauses zusammen. Er schlägt vor, gewisse „Grundausstattungselemente“ einfach zu bündeln. Die Idee eines Grundpakets findet Anna Schlegel-Herz (ÖDP/Bürgerforum) „gut“, jedoch glaubt sie, dass sich dieses nur schwer umsetzen lasse. Zwar wisse sie nicht, in welchem Umfang die Technik in der Regel gebraucht werde, jedoch findet Veronika Jones (Grüne), dass es „nicht mehr zeitgemäß ist, jede einzelne Stellbank bezahlen zu müssen“.

Eine Entscheidung pro oder contra Antrag möchte da Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) noch nicht fällen, er schlägt vor, das Thema zu vertagen. „Wir sollten da nochmal reingehen“, meint der Rathauschef. Zoepfs Idee einer zeitlichen Limitierung gefällt Beuting jedenfalls, „ich werde mal das Ziel mit der zeitlichen Orientierung verfolgen“, sagt der Bürgermeister. Nun soll in einem Gespräch mit den Verantwortlichen des Kultur- und Tagungszentrums und dem Kulturbeirat eine Lösung angestrebt werden.

Von Antonia Reindl

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