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Murnauer Marktgemeinderat befürwortet Planung für Skateanlage

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Von: Antonia Reindl

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Bahnhofsparkplatz Murnau
Südlich des Bahnhofes könnte schon bald die neue Skateanlage entstehen. © Archivfoto: Reindl

Murnau – Schon seit geraumer Zeit liebäugelt man in Murnau mit der Errichtung einer integrativen Skateanlage. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates kamen nun die Kosten auf den Tisch.

Über eine halbe Million Euro brutto. Das seien „natürlich jetzt erhebliche Kostensteigerungen“, meinte die stellvertretende Rathausgeschäftsleiterin Nina Herweck-Bockhorni. Am Ende stimmte das Gremium dennoch geschlossen dafür, die Anlage auf den Weg zu bringen.

Mitte September fand ein Nutzerworkshop statt, mit den Planern der Landskate GmbH und mit Jugendlichen, inklusive Ortsbesichtigung. Gemeinsam wurde besprochen, wie die Anlage aussehen könnte. Nach dem Workshop erarbeitete das Büro einen Plan: eine Anlage mit barrierefreien Aufenthaltsbereichen und zwei Auffahrtsrampen, sodass diese auch für WCMX-Sportler und -Sportlerinnen geeignet ist, also mit einem Rollstuhl befahren werden kann. Geplant sei aber nicht allein der Bau einer Skateanlage, so Herweck-Bockhorni, auch ein Drumherum: Bäume und Gebüsch, „damit Sportgeräte nicht aus der Anlage fliegen können“. In einem Bereich südlich des Bahnhofes soll die Anlage errichtet werden. Den Grundsatzbeschluss dazu fasste der Marktgemeinderat vor knapp einem Jahr (wir berichteten).

Was die Gesamtkosten anbelangt, so führte Herweck-Bockhorni 551 000 Euro brutto auf – inklusive Planung. Im Dezember 2021 war noch von einer deutlich geringeren Summe die Rede. Damals aber auch von einer Größe von rund 500 Quadratmetern. Die Baukosten seien gestiegen, so die stellvertretende Rathausgeschäftsleiterin. „Ursächlich zeichnet sich dabei neben den bekannten inflationär bedingten Baupreissteigerungen eine aktuell beplante Fahrfläche in Höhe von 625 statt 500 m², höher ausfallende Kosten für Vegetationsflächen und Ersatzpflanzungen (unter anderem 12 Bäume), das Erfordernis einer Flächenbegradigung auf 860m² statt 500 m² mit entsprechendem Bodenaushub sowie die erforderliche Verlegung des Geh- und Radwegs nebst dem Neubau von Schächten für bestehende Kanäle“, wird die neue Summe in der Sitzungsvorlage begründet. Abzüglich möglicher Förderungen sowie unter Berücksichtigung von Spenden könnte der Eigenanteil der Gemeinde bei rund 140 000 Euro liegen. Was die Bauzeit anbelangt, so nannte Herweck-Bockhorni das kommende Jahr, und „wahrscheinlich“ werde diese „noch ein bisschen“ in 2024 hineinreichen.

Welf Probst (FWG) sprach von einer „sehr gewaltigen“ Kostensteigerung, „die quasi so um die Ecke kommt“. Herweck-Bockhorni wies darauf hin, dass man mit den Planungen erst begonnen habe, als auch der Standort endgültig feststand. „Das Phänomen haben wir öfter“, zunächst eine grobe Schätzzahl, dann mit der konkreten Planung die Kosten, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „Ich würde das Projekt weiter befürworten“, sagte der Rathauschef und verwies auf den Sportpark in Uffing: „Die Anlage ist einfach super.“ Etwas, das „uns in Murnau fehlt“. Zudem verbinde man das Projekt mit dem „wunderbaren Gedanken der Inklusion“. Solche Preissprünge in so kurzer Zeit habe man aber bislang nicht gehabt, meinte Probst, seit über 20 Jahren Mitglied des Marktgemeinderats.

„Ich glaub nicht, dass das um die Ecke kommt“, meinte Phillip Zoepf (Mehr Bewegen), auch die Verwaltung träfe keine Schuld. Und: „Wer hat wirklich damit gerechnet, dass wir mit 330 000 Euro auskommen?“ Für Zoepf „geht es um ein Bekenntnis für die Jugend“. Dr. Michael Rapp (CSU) hielt sich kurz: „Wir werden zustimmen.“ Für die Realisierung des Skateparks aber möchte er andere dringende Anliegen nicht aufschieben. Man dürfe die Anlage „nicht gegen die Barrierefreiheit in der Mittelschule austauschen“, mahnte er. Simon Pittrich (ÖDP/Bürgerforum) bezeichnete die Skateanlage als „einmalig“, den Standort als „ideal“. Hans Kohl (Grüne) hatte den Haushalt im Blick: „Irgendwas wird verschoben, irgendwo muss das Geld ja herkommen.“ Beuting: „Ich denke, dass es die Bestrebung sein muss, diese Lücke zu schließen“ – mit Spenden und Sponsorings.

Auch Rudolf Utzschneider (CSU) dachte an die Uffinger Anlage und fragte, ob man einen Pumptrack vielleicht noch in Betracht ziehen könnte. Klassische Anlagen seien wohl rückläufig, meinte er. Herweck-Bockhorni betonte, dass man „die beiden Anlagen nicht vergleichen sollte“. In Uffing seien mehrere Sportarten gebündelt und das auf mehr Fläche. Jugendreferentin Stephanie Neumeir-Schrank (Grüne) erinnerte daran, dass die Idee, einen Skatepark zu realisieren, von Jugendlichen gekommen sei, und freute sich, dass diese nun so große Unterstützung finde.

Am Ende stimmte das Gremium geschlossen dafür, die Planung und Kostenschätzung zu befürworten, die Landskate GmbH stufenweise mit der weiteren Durchführung zu beauftragen, einen Zuwendungsantrag zu stellen und das Unterfangen im Haushalt einzuplanen. Beschlüsse, über die sich die Skater und Skaterinnen, die in den Zuhörerreihen des Sitzungssaales Platz genommen hatten, sichtlich und zum Teil hörbar freuten. „Ja, Mann!“, entfuhr es einem etwa, als er den Saal verließ.

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