Murnauer Wochenmarkt: Standbetreiber müssen wieder auf Parkplatz Am Forstanger ausweichen

Wochenmarkt in Murnauer Fußgängerzone.
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Die Fußgängerzone in Murnau wirkt ohnehin schon wie ein Menschenmagnet. Mittwochs zieht der Wochenmarkt aber noch mehr Menschen an. Anscheinend zu viele, um im Ortszentrum coronakonform verweilen zu können.

Murnau – Getrocknete Chilischoten hängen galant an der Markise herunter, Tagesangebote werden noch von Hand und mit Kreide auf Tafeln verkündet und es duftet nach würzigem Käse, frischem Fisch und nicht minder frischem Radi. Keine Frage, der Wochenmarkt macht nicht nur Appetit, sondern erzeugt auch eine ganz eigene Atmosphäre in der Murnauer Fußgängerzone. Und dennoch sollen die Stände wieder zurück auf den Parkplatz Am Forstanger.

Es ist keineswegs so, dass die Stände auf der Marktpromenade stören – im Gegenteil. Doch sollte die Gastronomie im Außenbereich schon bald aus dem Lockdown zurückkehren dürfen, würde es zu Marktzeiten, also mittwochvormittags, eng werden. Die Tische und Stühle müssen schließlich vor den Lokalen ausreichend Platz für Abstandswahrung bieten. Wenn dann auch noch viele Menschen durch den Markt flanieren, und davon ist auszugehen, wenn frühmorgens Gemüsekisten und Käselaibe ausgepackt werden, würde es um die Mittagszeit schwierig werden, lückenhaft zu bummeln beziehungsweise zu speisen. Doch ebendiese Lücken will und muss man in Corona-Zeiten wahren. Der Umzug des Wochenmarkts aus der Fußgängerzone, „hat nur mit der Mehrdistanz zu tun“, betont Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) in der jüngsten Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses. Anna Schlegel-Herz (ÖDP/Bürgerforum) wirft da ein, dass der Wochenmarkt „doch nur vormittags ist“. Und ja, in der Tat beginnt der Wochenmarkt bereits in der Früh, doch endet dieser nach Mittag, die Stände stünden meist bis 14 Uhr, sagt Florian Krammer vom Ordnungsamt. Beuting nickt, „dann ist das Hauptgeschäft für den Außengastronomiebereich schon rum“. Das kann Schlegel-Herz durchaus verstehen, jedoch möchte sie nicht unerwähnt lassen, dass der Umzug negative Auswirkungen auf den Umsatz haben kann. „Standbetreiber für nichtexklusive Waren merken deutliche Einbußen am Forstanger“, weiß sie nach Gesprächen mit Verkäufern. Deutliche Einbußen kann sich Krammer nicht vorstellen, wer zum Wochenmarkt wolle, der gehe zum Forstanger, glaubt er.

Der Rathauschef kann die Sorgen von Schlegel-Herz und den Standbetreibern dagegen „verstehen“, verweist jedoch auf die Notwendigkeit der Verlagerung der Corona-Pandemie wegen. „Das ist erforderlich“, betont Beuting. Wenn der Bürgermeister daran denkt, wie voll das Ortszentrum im vergangenen Corona-Sommer war, so rechnet er auch heuer mit „der gleichen Dichte wie im letzten Jahr“.

Der Umzug auf den Quasi-Hinterhof der Fußgängerzone soll aber nicht auf Dauer sein, die Stände „kommen im November wieder zurück“, sagt Beuting. Bis dahin müssen sich die Standbetreiber mit Parkplatzmarkierungen unter den Füßen und parkenden Autos als Nachbarn anfreunden, ehe sie sich wieder rund um die Mariensäule auf der Flaniermeile ansiedeln dürfen.

Von Antonia Reindl

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