Unterricht kostet mehr

Musikschulgebühren steigen zum 1. September um ein Prozent

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Im Vergleich zu umliegenden Musikschulen liegen die Weilheimer Unterrichtsgebühren laut Dichtl weiterhin darüber.

Weilheim – Geringere Einnahmen im Haushaltsjahr 2017 und ein weiterer Anstieg bei den Lehrpersonalkosten im Schuljahr 2018/19 veranlassten Musikschulleiter Josef Dichtl, für September eine Gebührenerhöhung um ein Prozent zu beantragen.

Für die Unterrichtseinheiten hat die Anpassung Steigerungen von höchstens 50 Cent/Monat zur Folge (Ausnahme: Einzelunterricht 45 Minuten: +1 Euro). Die Gebühren für die Musikalische Früherziehung bleiben unverändert. Ziel sei es, bei den Ausgaben für das Lehrpersonal ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stadt und Eltern zu erreichen. Der Beschluss zur Änderung der Gebührensatzung fiel einstimmig.

Laut Jahresrechnung 2017 lag das Ergebnis bei Schulgebühren, Entgelten und Projekten (483 000 Euro) der städtischen Musikschule 30 500 Euro über dem Ansatz. Die Einnahmen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 7 800 Euro. Die Entgelte für die Lehrkräfte stiegen trotz tariflicher Entwicklung geringer, da weniger Unterrichtsstunden benötigt wurden. Gleichzeitig gab es 30 Schülerbelegungen mehr. Für 2018 wurden für den Gebührenertrag 463 000 Euro angesetzt. Seit März 2018 bekommen die Lehrkräfte 3,19 Prozent mehr Gehalt und ab April 2019 eine weitere Erhöhung um 3,09 Prozent. Grundlage für die Berechnung ist die Entwicklung der Personalkosten, sie machen mit 85,7 Prozent den größten Kostenfaktor aus.

Die Ausgaben werden unter Kommunen, Schülereltern und Staat aufgeteilt. Der kommunale Anteil (2007: 40,3 Prozent) liegt seit Jahren unter dem Gebührenanteil der Eltern (46,7 Prozent) und nahm in den letzten Jahren kontinuierlich ab. „Der durchschnittliche Anstieg der Lehrpersonalkosten 2018/19 um weitere 2,92 Prozent im Vergleich zum laufenden Schuljahr soll durch die einprozentige Gebührenanhebung kompensiert werden“, schlug Dichtl vor, „um die Gebührenverteilung etwas ins Lot zu bringen.“ Wenn sich der kommunale Anteil und der von den Eltern erbrachte auf jeweils 45 Prozent annähern sollen, seien in den nächsten Jahren nur „sehr moderate Gebührenanhebungen“ notwendig. Die restlichen zehn Prozent werden durch staatliche Förderung gedeckt. Sinkt der kommunale Anteil an den Lehrpersonalkosten, würde sich das nachteilig auf die Fördersumme auswirken.

Ein Prozent höhere Gebühren würden für das Schuljahr 2018/19 Mehreinnahmen von 3 200 Euro bringen. Mit einer jährlichen moderaten Angleichung sollen „drastische Gebührenerhöhungen vermieden“ und ein „flexibles Reagieren auf das Kostengeschehen“ ermöglicht werden. „Die Musikschule ist nicht ganz billig, für Härtefälle gibt es aber Ausnahmen“, sprach sich Musikschulreferent Dr. Michael Lorbacher (SPD) für das Beibehalten des praktizierten Systems aus. Ihm sei nicht bekannt, dass förderungswürdige Schüler aufgrund der Gebühren auf der Strecke bleiben.

Maria Hofstetter

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