Schmuckstück am Ammersee

Naherholungsgebiet in Aidenried offiziell eingeweiht

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V. li. Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, LEADER-Manager Detlev Däke und Edwin Jeni vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Fischen/Aidenried– „Aus dem Rohdiamant hat man ein Schmuckstück geschliffen, das die ganze Region enorm aufwertet“, so Weilheim-Schongaus Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei der offiziellen Eröffnung des Erholungsgebietes Aidenried am Ammersee.

Die Sommer- und Badesaison neigt sich zwar dem Ende zu, was aber Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer nicht davon abhielt, das völlig neu gestaltete Gelände ganz offiziell der Öffentlichkeit zu übergeben. „Wenn jetzt in Kürze noch als i-Tüpferl der Naturbeobachtungsturm installiert wird, haben wir hier ein ganzjähriges Erholungsgebiet“, so Grünbauer stolz. Pähler Gemeinderäte, die beteiligten Handwerker, Vorstände des benachbarten Segelclubs Fischen, Vertreter von Behörden und der Lokalen Aktionsgruppe Ammersee (LAG) in der Europäischen LEADER-Initiative waren zum nördlichsten Punkt des Landkreises Weilheim-Schongau gekommen, um das Finale eines langen Entwicklungsprozesses zu feiern. Ohne den LEADER-Zuschuss von 174 000 Euro wäre das 360 000 Euro teure Projekt nicht zustande gekommen, wie Bürgermeister Grünbauer dankbar erklärte.

Trotz des vormals unansehnlichen und unzureichenden Zustandes waren jährlich rund 30 000 Einheimische, Tages- und Feriengäste zum Baden nach Aidenried gekommen, wo man wie nirgend woanders am Ammersee den Sonnenuntergang über dem Westufer genießen kann. Obwohl Liegemöglichkeiten, Dusch- und Umkleidekabinen sowie Parkplätzen fehlten. Auf Google-Earth kann man die Stein- und Geröllwüste vor dem Steg des Segelclubs noch sehen.

Parallel zum Vereinsheim-Neubau des Segelclubs Fischen ergriff die Gemeinde Pähl die Initiative, hier ein Naherholungsgebiet par excellence entstehen zu lassen. Mit Parkplätzen, Liegewiese, barrierefreiem Zugang zum Badesteg, einer Badeinsel, Außenduschanlagen, Umkleidekabinen, WCs und einer Slipanlage für kleine Boote. Und mit einem Naturbeobachtungsturm mit fest installiertem Fernrohr zu einem der größten Vogelschutzgebiete Süddeutschlands. Für dieses Mammutvorhaben erhielt die Gemeinde relativ zeitnah und unbürokratisch die größtmögliche Unterstützung aller beteiligten Ämter und Behörden, wie der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Dafür dankte Grünbauer ausdrücklich Johann Hensel, der den Weg geebnet hatte, bevor er von Markus Söder zum Schlossherrn auf Neu-

schwanstein befördert wurde. Die Eröffnung in Aidenried ließ er sich aber nicht entgehen, ebenso wie Geschäftsführerin Susanne Lengger vom Tourismusverband Pfaffenwinkel, die künftig fleißig für den neuen Diamant am Ammersee werben wird.

LEADER-Manager Detlev Däke drückte seine Freude darüber aus, dass man mit Aidenried jetzt endlich ein Vorzeigeprojekt der aktuellen Förderperiode habe. Er war zusammen mit seinem PR-Beauftragten Hans-Peter Sander und Edwin Jeni, zuständig für die Bewilligung der LEADER-Projekte beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, gekommen. Bevor Bürgermeister und Ehrengäste das symbolische rote Band zur neuen Liegewiese durchschnitten, verlor Grünbauer noch ein paar Worte zum neuen Kiosk, den die Gemeinde in einer Ad-hoc-Aktion selbst errichtet hat. Aus Ärger darüber, dass Pächter Michael Kuriat vom Nachbargelände mit dem längst überfälligen Bau der neuen Seewirtschaft nicht voran kommt, überzeugte er den Gemeinderat zum Aufstellen eines eigenen Kiosks. Eine Münsinger Firma, die bei der Umgestaltung des Geländes ohnehin vor Ort tätig war, errichtete eine Bodenplatte, auf die man ein Gartenhaus stellte und zu einem Kiosk umfunktionierte. Örtliche Handwerker und der Bauhof sorgten für die nötigen Anschlüsse und ein glücklicher Zufall ergab, dass gleich die richtigen Betreiber gefunden wurden. Luciana und Antonio Mazzilli, bekannt aus dem Bistro in der alten Pähler Mühle, bewirten jetzt die Badegäste und die Mitglieder des Fischener Segelclubs. „Unser Kiosk ist der nördlichste Teil Italiens“, lobte Grünbauer die Pächter, die mit Musik von Adriano Celentano und dem „besten Cappuccino weit und breit“ für italienisches Feeling sorgen. Die außerplanmäßigen Kosten für den Kiosk, in Höhe von 24 780 Euro, wurden am Abend vor der Eröffnung vom Pähler Gemeinderat abgesegnet.

Von Dieter Roettig

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