Die Natur begreifen – In der Gemeinde Eberfing wurde der erste "Schulwald" des Landkreises eröffnet

Eberfings Drittklässler waren bei der Einweihungsfeier für den ersten Schulwald im Landkreis aktiv dabei. Hier freuen sie sich mit den Initiatoren. Hinten von links: Georg Schlapp (Bayerischer Naturschutzfonds), Prof. Ulrich Ammer, Georg Leis, Josef Miller, Markus Schmorell, Günter Biermayer (Referat Forschung und Waldpädagogik), Schulrätin Ingrid Hartmann-Gugelmann und Elisabeth Nieberle-Lair. Foto: Müller (7)

Der Landkreis Weilheim-Schongau hat seinen ersten Schulwald. Er entstand durch eine Initiative der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und der Gemeinde Eberfing und wurde kürzlich mit dem 1. Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Josef Miller, Eberfings Bürgermeister Georg Leis und Schulkindern mit einer Pflanzaktion eröffnet.

Das launische Aprilwetter bei der Einweihung im Riedlholz auf Höhe der Roten Kapelle konnte keinem der Beteiligten die gute Laune verderben. Die Erwachsenen klappten die Regenschirme aus, die 30 tatendurstigen Drittklässler der Hauptschule die Kapuzen hoch. Danach begann die Pflanzaktion „Weißtanne“ im ersten Schulwald des Landkreises mit viel Begeisterung. Dass die Aktion werbewirksam zum „Internationalen Jahr der Wälder“ passt, ist die eine Sache. Der eigentliche Grund ist aber eine vor zwei Jahren durchgeführte Studie der SDW Bayern mit etwa 3 000 Drittklässlern im Freistaat. Drei Baumarten von zwölf erkannten die Befragten. Weiteres erstaunliches Ergebnis: zwischen Land- und Stadtkindern gab es keine Unterschiede. Dieses frustrierende Ergebnis wollten weder die SDW noch die Referate des Freistaats, die Forstverwaltungen, Waldbesitzer und die verantwortlichen Ämter hinnehmen. MdL Josef Miller, Landwirtschaftsminister a. D., stieß bei seiner Initiative als 1. Vorsitzender der Schutzgemeinschaft nicht nur bei den Verbänden auf offene Ohren. Auch in der Gemeinde Eberfing wurde das Projekt „Schulwald“ sofort positiv aufgenommen. Nach einer Begehung mit Prof. Dr. Ulrich Ammer stellte sie spontan 3 000 Quadratmeter des 15 Hektar großen Gemeindewaldes zur Verfügung. „Bei uns ist das gute Tradition, dass der Kindergarten oder die Schule in den Wald gehen. Die Kinder sind begeistert und ich hoffe auf den Nachahm-Effekt“, so Bürgermeister Georg Leis, der allen Beteiligten dankte. Die entstandenen Kosten bezifferte Leis auf etwa 150 Euro. Sponsoren, darunter eine Baumschule, halfen die Summe klein zu halten. Miller lobte sowohl die Unterstützer als auch das Projekt. „Ich bin sicher, dass hier heute eine emotionale Bindung entstanden ist und etwas, das man vorzeigen kann“, sagte er und überreichte Leis und den begleitenden Lehrerinnen kleine Holzäpfel als Dank für ihre Bereitschaft. Für die Kinder war die Pflanzaktion ein Riesenspaß. „Das war toll heute. Am schönsten war das Einpflanzen. Natürlich kommen wir wieder und besuchen unsere Bäumchen. Dann aber mit Mama und Papa“, kündigte eine Mädchengruppe an.

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