Gelungener Auftakt für großes Naturschutzprojekt "Alpenflusslandschaften"

Alle in einem Boot

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An der Ammer in Weilheim vereint waren die Vertreter der Organisationen, die das Projekt tragen, mit unter anderem 3.v.li. Sigrun Lange vom WWF Deutschland, 19.v.li. Andreas Schmid vom Tourismusverband Pfaffenwinkel, 16.v.li. Landrätin Andrea Jochner-Weiß und 24.v.li. Weilheims Bürgermeister Markus Loth. 22.v.li. Ulrike Scharf, Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz.

Weilheim – Die Flüsse sind Lebensadern des Landes. Sie verbinden Menschen und Regionen und beherbergen eine Vielfalt an Fauna und Flora. Mit dem Hotspot-Projekt „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ soll die Bedeutung der Flüsse hervorgehoben und gestärkt werden.

Den Auftakt für das sechs Jahre dauernde Projekt machte ein Alpenfluss-Erlebnistag in der Stadthalle am Dienstag, 28. April. Bürgermeister Markus Loth wies dabei auf die enge Beziehung zwischen der Stadt Weilheim und der Ammer hin. Schon im 17. Jahrhundert spielte die Ammer eine wirtschaftliche Rolle, sie wurde für den Transport von Holz, die „Holztrift“ genutzt, von der noch heute das Gewerbegebiet Trifthof seinen Namen hat.

Aber auch in der Freizeit und als Erholungsgebiet, so Loth, spielt die Ammer eine besondere Rolle für die Stadt. An ihrem Ufer finden sich Spiel- und Grillplätze sowie Wege zum Radeln und Spazieren. Auch negative Erlebnisse, wie Hochwasser, sind Teil der Symbiose zwischen Fluss und Stadt.

Loth begrüßte das Projekt, trägt es doch zur Identifikation der Menschen mit der Heimat bei und verdeutlicht die enge Beziehung zwischen Stadt, Land, Fluss und Menschen.

An Informationsständen, welche einige Partner des Projekts vorbereitet hatten, wurden die Bürger eingeladen, sich ausführlich zu informieren, an einem Quiz teilzunehmen oder via App sich interaktiv zu beteiligen.

Insgesamt 18 Organisationen, unter der Koordination des WWF, beteiligen sich an dem Projekt. Bewirkt werden soll, dass die biologische Vielfalt erhalten und wieder ausgebaut wird. So sollen die Flüsse einem natürlicheren Verlauf folgen und Pflanzen sowie Tiere wieder angesiedelt werden. Dazu gehören beispielsweise das Ausbringen von Tamarisken-Stecklingen und Bruthilfen für Flussschwalben in diesem Frühjahr. Ebenso dazu gehört der Wiederaufbau der Seeforellen-Population in der Ammer. Oder die Aufwertung des Auwaldes, sie soll durch die Anbindung der Flutrinne bei Peißenberg an die Ammer erfolgen.

Neben diversen Umweltschutzmaßnahmen und Aktionen ist es den Organisatoren besonders wichtig, dass die Bevölkerung mit einbezogen wird. „Die Begeisterung soll geweckt werden“, so Claire Tranter vom WWF. „Es geht nicht nur um ernste Fachveranstaltungen, sondern darum, locker ins Gespräch zu kommen“, erklärte sie weiter.

So wird es am Lech ein „Zeitzeugenkaffee“ geben, wo diejenigen, die seinen Umbau erlebt haben, davon berichten und ein reger Austausch über den Zustand vor und nach dem Ausbau stattfinden kann.

Unterschiedliche Aktionen und Projekte sollen alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ansprechen. „Von Exkursionen über Wettbewerbe bis hin zu Fachvorträgen sollen die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht werden“, erklärte Tranter. Es gehe darum, die Menschen zu informieren und einen Bezug sowie Verbundenheit zu ihrer Heimat herzustellen. Dadurch steigen die Bereitschaft und das Interesse an Projekten zum Erhalt der Natur.

Teil der Öffentlichkeitsarbeit sind auch Dialogreihen, die Umweltbildung an Schulen, Infostände und interaktive Webseiten sowie Apps.

Ausführliche Informationen zu dem Projekt finden sich im Internet auf www.alpenflusslandschaften.de.

Anlaufstelle für den Bereich Ammer und die Gesamtkoordination ist der WWF in Weilheim. Die Anlaufstelle für den Lech ist der Lebensraum Lechtal e.V. in Schongau. Für Isar und Loisach ist die Anlaufstelle der Landesbund für Vogelschutz in Bayern in Wolfratshausen.

von Melanie Wießmeyer

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