Aus dem Nebel der Geschichte – Polling weiht mit Festakt die Jubiläumstafel im Klosterhof ein

Die Stifter und Initiatoren der Pollinger Jubiläumstafel mit ihren Gästen anlässlich der Enthüllung. Foto: Müller

Anlässlich der 1 000-jährigen Wiedergründung des Pollinger Klosters weihte die Gemeinde mit einem Festakt die übersetzte Stiftungsurkunde König Heinrichs II. ein. Die von Vereinen und Organisationen des Dorfs gestiftete 77 mal 120 cm große Bronzetafel kostete rund 5 000 Euro. Sie ist ein einmaliges Stück erzählte Geschichte.

Seit vergangenem Samstag ist das Klosterdorf um ein in Bronze gegossenes, gewichtiges Stück Geschichte reicher. „Das Festjahr 2010 hat Spuren hinterlassen und zwar nur positive. Polling blickt auf eine reiche Vergangenheit zurück. Lassen Sie uns weiter so zusammenhalten wie bisher, dann muss uns um die Zukunft nicht bange sein“, sagte der ehemalige Bürgermeister und Initiator Dominikus Weiß bei der Enthüllung der am Westportal angebrachten Tafel. „Im Namen der Heiligen und Unteilbaren Dreifaltigkeit Heinrich, durch die Gunst der Göttlichen Gnade König“. So beginnt die von Pollings Kulturreferent Michael Jarnach aus dem Mittellateinischen übersetzte Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1010. „Was sind das für Worte hier auf der Tafel?“, fragte Jarnach in seiner Rede und gab selbst die Antwort. „Sie sind der Anfang der nachvollziehbaren Geschichte des Klosters und hebt es aus dem diffusen Nebel der Zeit heraus“, erklärte er. Jarnach beleuchtete die Probleme bei der Übersetzung mit einigen originellen Beispielen und ging auf die Unterschiede zwischen dem Klassischen und Mittellateinischen zur Zeit des Verfassers sowie des Übersetzers ein. Man hätte einen mit der Geschichte bewanderten Notar um Mithilfe bei der Übersetzung der Rechtsnormen bitten müssen, schmunzelte Jarnach, der für seine Arbeit kräftigen Applaus erhielt. Kreisheimatpfleger Klaus Gast lobte die vor 1 000 Jahren verfasste Urkunde trotz ihrer Formulierung als klar und verständlich. Manche deutsche Urkunde heute sei es weniger als diese. Zwar würden in der Urkunde viele Orte genannt, aber das Kloster Polling habe Strahlkraft entwickelt, weit über das Land hinaus. Es habe nicht nur nach innen als Bildungsstätte, Motor der Wirtschaft und sozialer Mittelpunkt gewirkt, sondern auch nach außen. Klaus Gast nannte dabei Weilheim als Beispiel. Seine Künstler wären ohne die Aufträge des Klosters nicht gewesen. Die Jubiläumstafel wurde gestiftet vom Bauernverband, der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde, der Freiwilligen Feuerwehr, der Gartenbau- und Landespflege, dem Heimatverein, dem Motorsportclub, Musikverein, Schützenverein, dem Sportverein, dem Trachtenverein sowie der Weinbruderschaft.

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