Kreisausschuss gibt grünes Licht für Glasarbeit

Kunst am Weilheimer Berufsschulbau

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Farbenfroh und optimistisch wirkt der Entwurf von Jo Schöpfer und Michael Jäger für die Glasfassade in der Eingangshalle zum neuen Weilheimer Berufsschulzentrum. Die keramischen Farben werden auf Glas eingebrannt.

Landkreis – Ganz ohne Absicht wurde der Kreisbote zum Überbringer der erfreulichen Nachricht. Jo Schöpfer, der mit seinem Künstler-Kollegen Michael Jäger den Wettbewerb „Kunst am Bau“ für den neuen Berufsschulkomplex an der B 2 gewonnen hatte, erfuhr vom Reporter, dass der Kreisausschuss gerade grünes Licht für die Realisierung ihres Siegerentwurfs gegeben hatte.

Bei dem Siegerentwurf handelt es sich um eine Glasarbeit, die auf der Fassade im Atrium des Haupteingangs zur neuen Berufsschule installiert wird. Wie Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bau- und Liegenschaftsverwaltung des Landkreises, vor dem Kreisausschuss und Landrätin Andrea Jochner-Weiß erörterte, greift die Arbeit in einer großen Bildkollage verschiedene Motive aus dem Wirken des Handwerks auf und visualisiert diese in zwei Ebenen. Die Drucke werden einerseits auf die originalen Isoliergläser gedruckt und zusätzlich auf innenseitig zu montierende Glasflächen.

Das Urteil der Jury, die sich aus den fünf Finalisten in der zweiten Abstimmungsrunde des nicht-offenen Kunstwettbewerbs auf den Schöpfer-Jäger-Entwurf einigte, lautet: „Die Idee greift bildlich die Einsatzgebiete der verschiedenen Handwerksberufe auf und verarbeitet die fotografischen Elemente durch weitere Bildbearbeitung. Der Beitrag umfasst klar mit dem Handwerk verknüpfbare Elemente.“ Die Einbettung in die Architektur sei vollumfänglich gegeben.

Das angenehm wirkende Spiel aus Licht, Farben und Motiven habe einen hohen ästhetischen Wert. Außerdem nehme die Arbeit Bezug auf das Gebäude, indem es sich explizit die Nordfassade der Aula mit Blick auf den Werkhof ausgesucht habe. Im Zusammenspiel mit der Architektur werde der Ort einerseits mit Kunst bereichert, andererseits werde der graue Raum aus Sichtbeton mit Farbe befüllt. Die Realisierbarkeit schließlich sei durch das von den Künstlern erprobte und bewährte Verfahren gegeben.

Außerdem würden die angesetzten Kosten als realistisch eingestuft. Die Gesamtkosten von 199 983 Euro splitten sich in 143 915 Euro für die Baukosten und Beschaffung sowie in 56 068 Euro für das Honorar der beiden Künstler. Diese Kosten entsprechen dem Kreistagsbeschluss von Weilheim-Schongau, nachdem 0,33 Prozent der Projektkosten zuzüglich Verfahrenskosten definiert wurden.

Grundlage war ein Beschluss vom Oktober 2018, dass für Kunst am Bau bei Projekten von mehr als drei Millionen Euro extra ein Kunst-Budget zur Verfügung gestellt werden muss. Die Gesamtkosten für den neuen Berufsschulkomplex wurden auf knapp 70 Millionen Euro angesetzt.

Die Künstler werden jetzt in das Planungsteam des Berufsschulzentrums eingebunden. Mit Feinabstimmung der Details, Ablauf von Herstellung und Montage des Kunstwerks liegt nun eine Menge Arbeit vor ihnen.

Schöpfer (Jahrgang 1951) stammt aus Coburg in Oberfranken, lebt und arbeitet in Berlin. Er wurde bekannt durch verschiedene künstlerische Projekte im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten wurden unter anderem ausgestellt im Kunstmuseum Mailand, in der Städtischen Galerie Göppingen, im Kunstverein Stuttgart sowie in Essen, Erfurt, Regensburg, Heilbronn und Potsdam.

Jäger (Jahrgang 1956) wurde in Düsseldorf geboren, lebt und arbeitet in Köln und Halle, wo er Professor für Malerei an der Kunsthochschule ist. Neben Projekten im öffentlichen Raum stellte er unter anderem aus in Melbourne, Bonn, Witten, Ludwigshafen und Recklinghausen.

Ab nächstem Jahr werden 1 800 Berufsschüler die Kunst von Schöpfer & Jäger bewundern können. Dann nämlich, wenn das futuristische Mammutgebäude von 170 Metern Wandlänge und einer Nutzfläche von 10 000 Quadratmetern seiner Bestimmung übergeben wird.

Von Dieter Roettig

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