Für Neubau und Restaurierung der Orgel

Kirchenstiftung St. Nikolaus beantragt finanzielle Unterstützung

Orgel Kirche St. Nikolaus in Murnau
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Die Orgel von St. Nikolaus schaut von unten hinaufgeblickt zwar imposant aus, hat aber so ihre Macken, und davon mittlerweile nicht wenige. Daher soll das Instrument neu gebaut, das rund 200 Jahre alte barocke Gehäuse restauriert werden.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – „Ein großes Projekt“, meint Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) in der jüngsten Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses, als es um die Orgel der Pfarrkirche St. Nikolaus geht beziehungsweise um das, was mit dieser geschehen soll. Das Instrument klingt nicht so wie es sollte – oder besser gesagt könnte. Und auch optisch scheinen sich Mängel sichtbar zu machen. Die katholische Pfarrgemeinde möchte daher einen Orgelneubau durchführen – unter zeitgleicher Restaurierung des historischen Gehäuses. Das Gremium sprach sich für einen Zuschuss für dieses Unterfangen aus.

Laut Kirchenstiftung, so ist in der Sitzungsvorlage zu lesen, weise die in den 1970er Jahren erbaute Orgel „unübersehbare und vor allem unüberhörbare Mängel“ auf. Die katholische Pfarrgemeinde beabsichtigt daher einen Orgelneubau. Das barocke Gehäuse aus dem frühen 19. Jahrhundert, an dem Wasserschäden ihre Spuren hinterlassen haben, soll dabei erhalten und restauriert werden. Die voraussichtlichen Kosten für das Projekt: etwa 520 000 Euro.

Für Neubau inklusive Restaurierung beantragte die Kirchenstiftung St. Nikolaus eine finanzielle Unterstützung seitens der Marktgemeinde. Und der Hauptverwaltungsausschuss befürwortet in seiner jüngsten Sitzung geschlossen „unter Vorbehalt der Finanzierbarkeit im Haushalt 2023 einen Investitionszuschuss als Festbetragsfinanzierung in Höhe von 20 000 Euro“. Laut schriftlicher Stellungnahme von Dr. Elisabeth Tworek (Mehr Bewegen) und Dr. Michael Rapp (CSU) eine angemessene Summe, „zumal seitens der Kirchenstiftung bereits Spendengelder eingeworben wurden sowie unter anderem weitere Zuwendungsanträge an das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen sowie an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gerichtet werden“. Außerdem ist in der Stellungnahme der beiden Kulturreferenten unter anderem zu lesen, dass „die bei der großen Kirchenrenovierung Anfang der 1970er Jahre neu eingebaute Orgel der Firma Nenninger nachweislich handwerklich und klanglich von geringer Qualität ist“, was mit dem nun geplanten Orgelneubau „korrigiert“ werde.

Von der Qualität der Orgel ist auch auf der Website der Pfarreiengemeinschaft Murnau zu lesen. Dort sind einige Informationen über das Instrument, das scheinbar auch noch zu klein für das Gotteshaus ist, aufgeführt. In dem Text heißt es, dass „die Nenninger-Orgel handwerklich und klanglich leider von geringer Qualität ist“. Diese Bewertung wird auch über mehrere Zeilen begründet. Unter anderem ist zu lesen: „Aus Kostengründen wurde damals dem historischen Eichenholz-Orgelprospekt ein Unterbau aus billigen Spanplatten angefügt, ebenso im nicht sichtbaren hinteren Gehäuseteil ein grober Verschlag aus Spanplatten“.

Außerdem sei die Schauseite „unprofessionell verschraubt“, mit der Elektrik im Gehäuse hapere es und die „Registertraktur ist äußerst schwergängig“. Hinzu kommen teilweise brüchiges Orgelmetall, einige abgelöste oder verrutschte Tastenbeläge, Abgenutztes oder eher behelfsmäßig Ersetztes. Und das ist nur eine Auswahl der in dem Text aufgeführten Mängel. Auch der Klang wird ungeschönt umschrieben, so ist etwa von „unangenehm hörbaren Blas- und Zischgeräuschen“ die Rede, ebenso von lautem Geklapper der Mechanik.

Wer die Pfarrkirche betritt, der wird auf die Mängel des Instrumentes auch ohne einen Blick auf die Pfeifen, auch ohne Orgelspiel aufmerksam. Unweit des Opferstockes entfernt, der Spenden für das „Orgelprojekt“ sammelt, finden sich am linken Aufgang zur Seitenempore Fotos der Orgel und dazu ein paar humorvoll formulierte Zeilen, in denen die Orgel selbst zu Wort kommt und von ihrem Zustand berichtet. „Vier Pfarrer, einen Haufen Kapläne, zwei Mesner“ habe sie schon miterlebt, an rund 10 000 Sonntagsgottesdiensten sei sie erklungen. „Mittlerweile pfeift’s und zwickt’s in meinem Gehäuse leider immer regelmäßiger“, ist in dem Text als Resultat der Jahrzehnte zu lesen. Die Orgel, so legen die Zeilen nahe, sehnt sich nach einem baldigen Ruhestand.

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