Miteinander statt Gegeneinander

Neue Realschuldirektorin Sabine Kreutle legt Fokus auf das Vermitteln von Werten – über 100 Gäste bei Amtseinführung

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Das Trio mit zweitem Konrektor Klaus Förster, Direktorin Sabine Kreutle und zweiter Konrektorin Susanne Holzheu leitet gemeinsam die Realschule Weilheim.

Weilheim – Als Schüler begegnet man dem Direktor – abgesehen von Schulfeiern oder wenn man etwas ausgefressen hat – normalerweise nicht so oft. Und doch laufen bei diesem Amt alle Fäden zusammen. Dieser großen Verantwortung stellte sich nun auch Sabine Kreutle, die am Mittwoch offiziell in das Amt an der Realschule eingeführt wurde.

Neben Glückwünschen, Blumen und einem Schlüsselanhänger der Realschule erhielt Kreutle mit einer Stimmgabel ein eher unkonventionelles Geschenk vom Ministerialbeauftragten Ernst Fischer. In seinen Ausführungen erklärte er jedoch die tiefere Bedeutung. Wie ein Dirigent auch müsse Kreutle von nun an den Ton angeben und das Ensemble – die Schulfamilie – mit einstimmen. „Es wird auch Töne geben, die nicht ins Gefüge passen“, mahnte Fischer, jedoch sei es die Kunst, genau mit solchen Störungen umgehen zu können. Neben Kreiskämmerer Norbert Merk und den Schülersprechern hieß auch dritte Bürgermeisterin Angelika Flock die neue Direktorin willkommen: „Die Realschule Weilheim ist wirklich etwas Besonderes, zum Beispiel mit ihren zahlreichen AGs. Auch im musisch-kulturellen Bereich wird viel über den normalen Schulbesuch hinaus geboten“, so Flock, die sicher ist, dass Kreutle genau die Richtige nach Peter Pickal, der vor Kurzem in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist.

Kreutle, deren Traumberuf schon immer Lehrerin war, wurde in Augsburg geboren und ist dort aufgewachsen. Ihre Referendarzeit verbrachte sie in Franken, ihre erste Stelle trat sie in Bad Kissingen an. Nach eineinhalb Jahren wurde sie auf eigenen Wunsch nach Buchloe versetzt, da sie näher an ihrer Heimat arbeiten wollte. 1999 ging Kreutle dann in Elternzeit, da ihre Tochter zur Welt kam. Im Jahr 2001 begann ihre Karriere als Schulleiterin in Zusmarshausen. Dort war die Augsburgerin zuerst Mitarbeiterin in der Schulleitung, als sie nach verschiedenen Fortbildungen in Dillingen zweite Konrektorin in Aichach wurde. An der Realschule Maria Stern in Augsburg/Göggingen, die bis dahin von einem Gymnasium mitgeführt wurde, übernahm sie anschließend die Leitung. Für die zehnjährige Tätigkeit an der katholischen Schule der Diözese Augsburg ließ sie sich vom Staat beurlauben. Seit 1. August ist sie in der Realschule Weilheim offiziell im Amt.

Für dieses hat sie sich vor allem das Vermitteln von Werten und den respektvollen Umgang miteinander auf die Fahne geschrieben. Dafür zitierte sie aus dem Matthäus Evangelium die Goldene Regel: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“ In einer Ellenbogengesellschaft, in der ein Verletzter eher mit Smartphones gefilmt werde, anstatt dass ihm geholfen werde, mache sich der Verfall von Werten immer mehr bemerkbar. Dem will Kreutle entgegenwirken. Sie legte ihren Kollegen ans Herz, den nachwachsenden Generationen vermehrt Werte wie Toleranz, Fürsorge und Verlässlichkeit zu vermitteln und diese am Besten selbst vorzuleben. „Wer seinen Nächsten liebt, der kann gar nicht anders als wertschätzend zu handeln. Machen wir uns auf den Weg“, so Kreutle.

Im Anschluss spendeten Pfarrer Engelbert Birkle und Pfarrerin Sabine Nagel den ökumenischen Segen.

Von Maria Lindner

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