Neue Förderklassen in Berufsschulen

Ab dem Schuljahr 2008/09 haben die Berufschulen in Weilheim und Schongau eine neue Möglichkeit, Jugendliche ohne Schulabschluss mit dem „Berufsvorbereitungsjahr/kooperativ“ (BVJ/k) zu fördern.

Nach derzeitigem Stand sind im Landkreis rund 100 Schulabgänger ohne ein Ausbildungsverhältnis, vom letzten Jahr kommen noch 30 bis 40 hinzu. Im BVJ/k werden Jugendliche ein Schuljahr lang sowohl von der Berufsschule als auch von einem Kooperationspartner betreut. Mögliche Träger wären das Berufsfortbildungszentrum (BfZ), das Kolping-Bildungswerk und der Verein „Die Brücke“. Sie sollen die sozialpädagogische Betreuung gewährleisten, Betriebspraktika vermitteln und sich um die Vermittlung von Ausbildungsplätzen bemühen. „Der wesentliche Unterschied zum Programm ‘Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis’ (AoJ) ist, dass in der BVJ/k die Schulen und Kooperationspartner sich mehr um den Schüler kümmern, und er fünf Tage die Woche beschäftigt ist und nicht nur einmal die Woche in die Berufsschule kommt“, erklärte der Leiter der Berufsschule Weilheim Dr. Burkhard Küster. Die pädagogische Betreuung ist für den Schüler sehr wichtig. Die Praktika werden meist gut gemacht, es fehle aber an sozialer Kompetenz. „Es besteht die Gefahr des Abgleitens in ein sozialproblematisches Umfeld und dann wird nur noch rumgehängt“, sagte Küster. Schüler, die nach der siebten oder achten Klasse die Hauptschule verlassen haben, erhalten im BVJ/k eine letzte Chance, ihren Hauptschulabschluss nachzuholen und das ohne externe Prüfungen an Hauptschulen. Diesen Schülern fehlt es oft an Ausbildungsreife, sie können nicht richtig schreiben, lesen oder rechnen. „Damit diese Klassen zustande kommen, brauchen die Berufsschulen jeweils eine Mindestteilnahme von 20 Schülern“, erklärte Martin Krojer von der Berufsschule Weilheim. Die Klasse müsse auch Bestand haben, wenn Schüler während des Schuljahrs abspringen. Die bayerische Staatsregierung stellt den künftigen Trägern rund 30000 Euro zur Verfügung, der Landkreis wird also nicht belastet. Schülern, die am BVJ/k teilnehmen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kommen, werden die Fahrkosten zurückerstattet. Die Berufsschulen bieten gezielt fachliche Schwerpunkte an. In Weilheim liegen diese in den Bereichen Farbe/Gestaltung, Holztechnik und Metallbearbeitung. In Schongau werden neben der Gastronomie ein Sozial- und Wirtschaftszweig angeboten. Anmeldungen für das „Berufsvor- bereitungsjahr/kooperativ“ sind in den jeweiligen Berufsschulen in Weilheim unter Tel. 0881/9820 oder in Schongau unter Tel. 08861/ 23210 möglich. aj

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