Neue Hackschnitzelheizung für Kommunalgebäude spart viel CO²

"Ein gutes Gefühl"

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Vertreter des Gemeinderats, Betreiber und Berater bei der Vorstellung der neuen Hackschnitzelheizung. V.li. Stefan Loy, Toni Schöttl, Ulli Seeling, Sebastian und Karl Hermann Berghaus, Bürgermeisterin Felicitas Betz, Andreas Scharli. Vorne Mitte Martin Pape.

Polling – Seit drei Jahren brüteten die Gemeinderäte über die regenerative Wärmeversorgung der kommunalen Liegenschaften im Ort. 2015 fiel die Entscheidung für eine neue Hackschnitzelanlage mit Standort in einem Kellerraum der Tiefenbachhalle.

Die Entscheidung fiel nicht leicht, berichtete Bürgermeisterin Felicitas Betz bei der Vorstellung der Heizanlage mit 150 kW. Vor allem die Auswahl der Technologie und des Finanzierungskonzepte seien beratungsintensiv gewesen. Zu guter Letzt fiel die Wahl auf ein Contracting-Modell der Gutsverwaltung Gossenhofen.

Wärmelieferant Carl Hermann Berghaus stellt die komplette Heiztechnik, liefert die Hackschnitzel und übernimmt den Service. Die Gemeinde stellte 293 000 Euro für den Bau des Heizhauses zur Verfügung. Abgerechnet wird lediglich die verbrauchte Wärme für Grundschule, Tiefenbachhalle, Kindergarten und Trachtenheim. Die monatliche Abschlagszahlung an den Betreiber beträgt 1 980 Euro. Das alte Rathaus, in dem noch keine Wärmeverteiler installiert sind, soll später angeschlossen werden. Der noch vorhandene Ölkessel dient zur Reserve bei Spitzenbelastungen.

Durch die Umstellung auf das neue Hackschnitzel-Heizsystem werden jährlich 40 000 Liter Heizöl (200 Tonnen CO²) eingespart. Bei den derzeit niedrigen Heizölpreisen sei die Einsparung zwar plus minus Null, aber mittel- und langfristig werde sich die Investition rentieren. „Ich finde es wunderbar, dass wir diese Lösung und diesen Betreiber gefunden haben. Anlage und CO²-Einsparung machen ein gutes Gefühl. Wir werden für unser Modell bei anderen Gemeinden werben“, so Betz.

Für die Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) betonte Andreas Scharli die Vorteile der regenerativen Heizanlage. Während Nachbargemeinden aufgrund des Ölpreises mit der Umstellung zögerten, habe sich Polling unabhängiger von fossiler Energie gemacht. Das werde sich auszahlen. EWO und Forstämter beschäftigen sich mit der Rolle der Waldes für die Wärmeerzeugung. Eine Studie bescheinige der Region genügend Potential für eine nachhaltige Nutzung, so Scharli.

Von Georg Müller

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