Ideen von zwölf Architekturbüros für den Umbau sind bis 12. Januar im Foyer ausgestellt

Neue Pläne fürs Weilheimer Stadtmuseum

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Die Gewinner des Wettbewerbes mit den drei Bürgermeistern Markus Loth, Horst Martin, Angelika Flock und Mitgliedern des Preisgerichts.

Weilheim – Was lange währt, wird endlich gut, könnte man auch im Hinblick auf das Stadtmuseum sagen. Seit 2010 währen die Gedanken um seine Sanierung und Erneuerung, 2019 wurde endlich ein EU-weiter Architektenwettbewerb für das Projekt ausgeschrieben.

15 Architekturbüros hatten sich gemeldet, drei sprangen wieder ab, so dass zwölf übrig blieben. Der Wettbewerb war als interdisziplinärer Realisierungswettbewerb ausgeschrieben worden, das heißt, die teilnehmenden Architekten mussten für ihren Entwurf auch Fachplaner für Statik, Brandschutz und HLS (Heizung, Lüftung und Sanitär) mit einbeziehen. Aus den zwölf Vorschlägen wählte ein Preisgericht unter Vorsitz von Professor Florian Fischer, Architekt in München und Professor für Architektur an der Universität Nürnberg, die drei ersten Preise sowie einen Anerkennungspreis aus.

Bürgermeister Loth erklärte bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse, dass es bei der Sanierung des Museums auch um die Anpassung an die heutige Zeit – gerade in Sachen Barrierefreiheit und Sicherheit – gehe. Die Vorgaben des Denkmalschutzes mussten beachtet werden, da es sich beim Stadtmuseum um ein sehr sensibles Gebäude handle. Ein „tolles Preisgericht“ mit 13 stimmberechtigten Mitgliedern habe die besten Entwürfe herausgefiltert.

Stefan Öttl von „HOE-Architects“ in München, Sprecher des den Wettbewerb begleitenden Büros, schilderte kurz dessen Verlauf. Ausgelobt am 22. Mai, begann der Wettbewerb am 18. Juli und dauerte bis 5. November. „Die Aufgabe war nicht leicht“, resümierte Öttl und fügte hinzu: „Das war uns auch von Anfang an klar.“ Fischer erläuterte die einzelnen, völlig unterschiedlichen Pläne, beginnend mit dem Anerkennungspreis, den das Büro „Beer, Bembé Dellinger Architekten“ aus München/ Greifenberg gewann. Hier sollte die historische Treppe zum Haupteingang umfunktioniert werden, was aber wegen der vielen „Laufkundschaft“ wieder verworfen wurde.

Der dritte Preis ging an „Bruhne Architekten“ in München. „Eine sehr zurückgenommene Planung“, stellte Fischer fest, welche die Schönheit und Potentiale des Stadtmuseums herausarbeite und den Brandschutz sowie die Barrierefreiheit berücksichtige.

Über den zweiten Preis konnten sich die „Architekten Haberecht/Irregen“ aus Penzberg freuen. Bei ihrem Entwurf ging es unter anderem auch darum, mehr Platz zu schaffen und die historische Treppe mit einzubeziehen.

Den ersten Preis gewannen Wilfried Claus und Günter Forster aus München. Ihre Planungen sehen ein weiteres Geschoss für eine Dauerausstellung vor. Toiletten und Technik werden im Untergeschoss untergebracht und die Fenster des Museums wieder geöffnet. Auch ein neuer Museumseingang mit Vorbau am Marienplatz sowie ein Nebeneingang an der Ostseite sind in ihren Plänen enthalten.

„Heute ist ein Glückstag“, sagte abschließend Professor Christian Schiebel, Leitender Baudirektor bei der Regierung von Oberbayern. Die Regierung fördere viele Wettbewerbe und würde diese auch gerne unterstützen. Das Geld dazu gebe der Bayerische Landtag für die städtebauliche Förderung.

Wie es weiter geht, erklärte Museumsleiter Tobias Güthner: „Jetzt setzt sich der Stadtrat noch einmal mit den Gewinnern zusammen, es handelt sich ja zunächst um Entwürfe. Die Sanierung und Erneuerung wird nicht unbedingt exakt so durchgeführt werden, wie es die Pläne zeigen. Es muss erst einmal eine genaue Kostenschätzung erfolgen.“

Alle zwölf Pläne sind im Stadtmuseum bis Sonntag, 12. Januar, zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen. Am 31. Dezember und 1. Januar bleibt das Museum geschlossen.

Von Michael Albrecht

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