Neue positiv getestete Corona-Fälle im Landkreis Weilheim-Schongau

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Weilheim/Region – Bis Redaktionsschluss am Donnerstag Nachmittag war die Zahl der positiv getesteten Corona-Fälle im Landkreis Weilheim-Schongau auf sieben angestiegen. An vier Schulen fiel wegen ausstehender Testergebnisse ganz oder klassenweise bis einschließlich Freitag der Unterricht aus.

Bei den neuen Corona-Fällen handelt es sich um ein Ehepaar mit stabilem Gesundheitszustand, das sich vermutlich in Italien infiziert hat. Positiv getestet wurden auch ein sechsjähriges Kind, das frei von Symptomen ist und ein Mann (77), der in der Isolierstation des Weilheimer Krankenhauses überwacht wird; sein Zustand war am Donnerstag stabil. Ehepaar und Kind sind in häuslicher Quarantäne.

Schulfrei hatten acht Klassen an der Röntgen-Mittelschule in Weilheim, zwei Klassen in der Hardtschule Weilheim und weitere Klassen an zwei Schulen im Schongauer Raum (Grundschulen in Hohenpeißenberg und Schongau (insg.13 Klassen).

Der schwer erkrankte Corona-Patient, der seit 6. März im Weilheimer Krankenhaus – vom übrigen Klinikbetrieb abgeschirmt – intensivmedizinisch betreut wurde, musste am Mittwoch nach München an das Klinikum Rechts der Isar verlegt werden. Der Zustand des 80-jährigen Mannes hatte sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch verschlechtert. „Es zeichnete sich ab, dass der Patient eine externe Lungenunterstützung benötigt, wie sie nur in universitären Spezialzentren vorgehalten wird“, teilte das Ärzteteam um Prof. Dr. med. Andreas Knez (Ärztlicher Direktor Krankenhaus Weilheim) und Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang mit. Aufgrund enger Kooperation mit dem Klinikum Rechts der Isar konnte kurzfristig ein Platz für den Patienten geschaffen werden. Die in interdisziplinärer Absprache zwischen den Ärzteteams in Weilheim und München getroffene Entscheidung sei „in enger Abstimmung mit den Angehörigen und nach gemeinsamer Beratung“ erfolgt.

Das Weilheimer Krankenhaus leistete bei der Behandlung der Coronavirus-Erkrankung Pionierarbeit. Wie Prof. Knez bei einem Pressetermin am Dienstag in Weilheim ausführte, wurde der 80-jährige Erstpatient mit dem Medikament „Kaletra“ behandelt, das auch in der HIV-Therapie eingesetzt wird. Dadurch konnte sein kritischer Zustand bis Dienstagnacht stabilisiert werden. Für das weitere Vorgehen wurde bei der Regierung von Oberbayern beantragt, aus den USA ein in Deutschland noch nicht zugelassenes Medikament importieren zu dürfen. Die USA erteilten eine Sondererlaubnis zur personenbezogenen Nutzung. „Das angeforderte antivirale Medikament ‚Remdesivier‘ wird sofort nach Eintreffen per Eilboten ans Klinikum Rechts der Isar weitergegeben“, gaben Krankenhaus GmbH und Landratsamt bekannt.

Wo sich der 80-Jährige, der seit zwei Jahren lungenfachärztlich behandelt wird, mit dem Coronavirus infiziert hat, konnte noch nicht geklärt werden.

Von Maria Hofstetter

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