Lösung in Sicht

Neue Telefonleitung für Wessobrunner Pfarrhof sorgt seit zwei Jahren für Ärger

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Beim letzten Ortstermin waren neben Bürgermeister, aktuellem und vorherigem Kirchenpfleger auch Pater Joyice, ein Vertreter der Telekom und zahlreiche Gemeinderäte zugegen.

Wessobrunn – Das Schild neben der Wessobrunner Pfarrkirche weist die Richtung zum benachbarten „historischen Brunnenhaus“, das bereits mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel hat. Nur ein paar Meter daneben verläuft ein Graben, der noch nicht so alt, aber inzwischen auch schon fast eine Sehenswürdigkeit geworden ist.

Vor ziemlich genau zwei Jahren, am 4. Juni 2018, wurde der Graben ausgehoben, um den Pfarrhof, der im Ostflügel des ehemaligen Klosters untergebracht ist, mit einer neuen Telefonleitung zu versorgen. Grund dafür war, dass die alte Leitung auf der Südseite des Grundstücks defekt war und die dort ansässige Firma Gebhardt Naturkosmetik Grabungsarbeiten untersagte. „Die Arbeiten wurden dann einen Tag später von der Unteren Denkmalschutzbehörde eingestellt, weil eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis nicht vorliege“, erinnert sich Franz Langer, der damalige Kirchenpfleger. Die Grabung war indessen schon so weit fortgeschritten, dass eine provisorische Leitung verlegt werden konnte. Im Sommer 2018 erfolgte eine archäologische Untersuchung des Grabens, der weiterhin unverfüllt blieb. „Im Winter gab es so viel Schnee, dass unser Altbürgermeister Konrad Hölzl einmal hineinfiel. Gott sei Dank passierte ihm nichts“, berichtete Langer weiter.

Im Vorjahr erfolgten weitere Untersuchungen durch Archäologen. Der Graben blieb. Selbst ein Ortstermin im Oktober letzten Jahres mit Vertretern der Telekom, der Denkmalbehörde, dem damaligen Bürgermeister Helmut Dinter und der Kirchenverwaltung brachte außer eines aufwändigen E-Mail-Verkehrs, bei dem unter anderem ein anderer Trassenverlauf angeregt wurde, auch kein Resultat.

„Ich habe langsam den Eindruck, das ist eine reine Behördenwillkürmaßnahme, eine Art Strafaktion des Landesamts für Denkmalpflege auf Kosten der Telekom und zu Lasten der Pfarrkirchenstiftung“, ärgerte sich Langer.

Nach den Wahlen nahm sich der neue Bürgermeister Georg Guggemos des Themas an. Bei einem weiteren Vorort-Termin, bei dem das Denkmalamt jedoch verhindert war, wurden noch mal die Möglichkeiten durchgesprochen. Den Graben zu verfüllen und das Kabel dann oberirdisch zu verlegen und es unter einem kleinen Erdhügel zu verbergen, wie das Amt anregte, fand bei den Beteiligten wenig Gegenliebe. „Das macht keinen Sinn“, urteilte Rupert Sedlmayr, der neue Kirchenpfleger. Auch Pater Joyice, Hauptbetroffener der Leitungsstörungen, plädierte, den vorhandenen Graben zu nutzen.

„Wir haben hier einen besonderen Platz für die Gemeinde. Das ist kein Zustand. Wir müssen da weiterkommen“, machte auch Guggemos seinen Unmut über die Situation deutlich. „Ich bin für alle Vorschläge zu haben“, erklärte Hans Lutz von der Telekom. Einer davon war, das Kabel in der Grasnarbe, also nicht so tief wie in der Grabensohle, zu verlegen und dann mit einem kleinen Erdhügel abzudecken. Diese Lösung will der Bürgermeister nun mit dem Denkmalamt abstimmen.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen“, hofft Guggemos, dass der inzwischen fast schon „historische“ Graben bald der Vergangenheit angehören wird. 

Von Roland Halmel

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