»Finanzierung nicht sichergestellt«

Neue Turnhalle am Weilheimer Gymnasium steht auf der Kippe

Grafik der neuen Weilheimer Turnhalle
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So könnte der Neubau der Turnhalle am Weilheimer Gymnasium aussehen – wenn denn das Geld reicht.

Landkreis – Der Bauantrag für eine neue Turnhalle am Weilheimer Gymnasium ist von der Stadt bereits genehmigt. Das Bauamt des Landratsamtes prüft ihn derzeit noch. Doch jetzt steht der Neubau auf der Kippe. Wegen der knappen Kasse des Landkreises könnte es auf eine notdürftige Sanierung hinaus laufen.

Die aus den 1960er Jahren stammende Turnhalle erfüllt nicht mehr ihren Zweck. Der Kreistag hatte sich eigentlich auch schon für eine Lösung entschieden: Ein Neubau sollte her. „2+1“ war dabei das Zauberwort. Sprich: eine Doppelturnhalle plus eine weitere Einfachturnhalle.

Im jüngsten Kreis- und Finanzausschuss wurde dieser Neubau jetzt aber in Frage gestellt. „Mich drücken die Kreisfinanzen unglaublich“, erklärte Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Die Finanzsituation des Landkreises hat sich wegen der Pandemie deutlich verschlechtert. Daher betonte Kreiskämmerer Norbert Merk, dass „die Finanzierung des Projekts derzeit nicht sichergestellt“ sei. Immerhin über 13,5 Millionen würde ein neuer Turnhallenkomplex nach derzeitigen Berechnungen kosten. Deshalb stellte Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bauverwaltung des Landkreises, den Ausschussmitgliedern nun zwei Alternativen zum Neubau vor: Eine substanzsichernde Zwischensanierung würde etwa 1,2 Millionen Euro kosten. Dafür würde aber lediglich das Dachtragwerk erneuert und sicherheitsrelevante Mängel beseitigt. So wäre Schulsport zumindest wieder möglich. Wobei Steinbach betonte, dass die Wände ein neues Dach, das notwendigerweise schwerer als das alte wäre, möglicherweise gar nicht tragen könnten. Bei einer umfassenden Sanierung würden Gebäudehülle und Innenflächen saniert. Mit rund 4,3 Millionen Euro wäre hier zu rechnen.

Eine „2+1“-Lösung war geplant. Ob es dazu kommt, ist jetzt noch offen.

Von den Ausschussmitgliedern gab es recht unterschiedliche Meinungen. Karl-Heinz Grehl (Grüne) meinte, dass Gebäude sei „verbraucht“. Bei einer Sanierung sei er sich sicher, dass „es nicht bei den Kosten bleiben wird“. Im Laufe der Arbeiten käme immer noch was dazu. Wolfgang Taffertshofer (BfL) meinte, dass bei einer Sanierung nur die Zweifachturnhalle bestehen bleibe. Die Bedarfsermittlung habe aber gezeigt: „Wir brauchen eine Dreifachturnhalle.“

Die Schulleiterin des Gymnasiums Beate Sitek stieß ins gleiche Horn. Die Schule werde weiter wachsen. Es brauche mehr Platz für den Schulsport. Von einer Sanierung würde sie „vehement abraten“. Anderer Meinung war Stefan Korpan (CSU). „Das steht nicht im Verhältnis.“ Er sehe nicht den Gewinn einer dritten Halle, die verschachtelt und schwer zugänglich dazu gesetzt werde. Korpan regte an, über eine Traglufthalle nachzudenken.

Letztlich einigte man sich im Ausschuss darauf, dass es noch mehr Informationen über eine mögliche Sanierung brauche, bevor man sich endgültig für eine Variante entscheiden könne. In einer der nächsten Sitzungen wird Bauverwaltungsleiter Steinbach die Möglichkeiten ausführlich vorstellen.

Von Stephanie Novy

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