Bessere Anbindung an München

Pendler können hoffen

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Das farbenfrohe Bild, welches von Kindern aus der Region gestaltet wurde, ziert künftig das Kundencenter. V.li.: Antonia von Bassewitz, Hannes Krätz, Ingo Remesch und Andreas Schulz.

Weilheim – Mehr Züge, die öfter fahren und auch noch schneller sind: Was beim Startschuss für die neue Werdenfels Bahn vorgestellt wurde, lässt hoffen. Vielleicht gehören überfüllte Züge und lange Wartezeiten ja schon bald der Vergangenheit an.

„Seit dreieinhalb Jahren haben wir auf diesen Tag hingearbeitet“, freute sich Antonia von Bassewitz, Geschäftsleiterin von DB Regio Oberbayern, bei dem kleinen Bahnhofsfest am vergangenen Freitag. 27 neue Züge fahren bereits durchs Werdenfelser Land, zehn weitere sollen noch folgen.

Die neuen Züge werden auch gleich verstärkt gefordert. Am Sonntag trat der neue Fahrplan in Kraft. Vor allem die Pendler aus Weilheim können sich freuen:  Zwischen München und Weilheim gibt es nun bis 21 Uhr einen Halbstundentakt. Auch Fahrgäste, die nach Mittenwald wollen, profitieren. Drei Expresszüge versprechen zu gewissen Zeiten eine Fahrdauer von nur 70 Minuten von München bis Garmisch. 

Neu sind auch die Kundencenter in Weilheim, Garmisch und Reutte. Hier werden nicht nur Fahrkarten verkauft, sondern die Mitarbeiter informieren auch über Touristenattraktionen. In den Zügen wird ebenfalls auf mehr Service gebaut. In jedem Zug soll jetzt ein Zugbegleiter mitfahren, in den Hauptzeiten auch zwei oder drei.

Die Ausstattung wurde auch aufgestockt. In den Reihensitzen gibt es Klapptische und fest installierte Tische an den Vierersitzen. Außerdem können Fahrgäste sich an Anzeigetafeln in den Zügen über die Fahrzeiten und Halte informieren. 

„Bisher waren wir mit dem Fahrplan nicht zufrieden“, sagte Andreas Schulz, Leiter der bayerischen Eisenbahngesellschaft. Da der Fahrplan Schwachstellen hatte und viele Züge überfüllt waren, entschloss sich die Bayerische Eisenbahngesellschaft, zu handeln.

„Die DB Regio hat gewonnen“, erläuterte Schulz bei der Feierstunde zur Vergabe. Das Ergebnis ist an vielen Stellen schon zu erkennen. Strecken wurden und werden ausgebaut und begradigt, neue Oberleitungen installiert und Bahnhöfe umgebaut. „Am gravierendsten ist der Tutzinger Bahnhof betroffen“, sagte Schulz. An dem neuen Flügelbahnhof werden sich einige Züge künftig teilen.

Wer von München Richtung Garmisch oder Kochel will, muss also darauf achten, wo er einsteigt. Mehrere Züge teilen sich dann in Tutzing – der vordere Teil fährt weiter nach Weilheim, der hintere nach Kochel. „Im Stundentakt ist es möglich, umstiegsfrei nach Kochel zu fahren“, zeigte sich Schulz mit dieser Lösung sehr zufrieden.

Nach dem gleichen Prinzip werden mehrere Züge nach Mittenwald und Lermoos verkehren, damit Ausflügler am Wochenende leichter an ihr Ziel gelangen. „Genießen Sie es, mit der Bahn durch das schöne Werdenfelser Land zu fahren, anstatt mit dem Auto im Stau zu stehen“, so Schulz’ Appell.

„Wer jetzt nicht mit dem Zug fährt, den versteh’ ich wirklich nimmer“, zeigte sich auch Ingo Remesch begeistert über den neuen Fahrplan. „Für uns Weilheimer ist der Halbstundentakt ein sehr großer Vorteil“, sagte der zweite Bürgermeister.

Gerade in der beginnenden Skisaison sollen sich die Mehrzweckabteile der Züge bewähren. Dort gibt es Halterungen für Ski, aber auch für Fahrräder und Kinderwägen ist genug Platz. Neu in der Ausstattung sind auch Steckdosen an den Plätzen, an denen beispielsweise Laptops oder Handys geladen werden können.

Auch die Tarife haben sich geändert. Es gibt nur noch ein Werdenfelsticket, das ähnlich wie das Bayernticket funktioniert. 

 Mehr Details zu den neuen Zügen und Fahrzeiten gibt es auf www.regio-oberbayern.de, an den Bahnhöfen oder unter www.bahn.de.

Von Ursula Gnadl

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