Uwe Fritsch folgt auf Michael Kordon

Stabwechsel im Staatlichen Bauamt Weilheim

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Mit der Übernahme der Leitung des Staatlichen Bauamtes in Weilheim ist Uwe Fritsch (2.v.li.) zum zweiten Mal in die Fußstapfen seines Vorgängers Michael Kordon (2.v.re.) getreten. Unser Foto zeigt sie vor dem Festakt im Weilheimer Stadttheater mit Oberbayerns Regierungspräsidentin Brigitta Brunner und Bürgermeister Markus Loth.

Weilheim – Schade, dass Sie gehen.“ Diesen Satz bekam Michael Kordon (55) beim Festakt im Stadttheater öfter zu hören. Dorthin war am Dienstag eine große Gästeschar zur Übergabe der Behördenleitung gekommen. Der 48-jährige Uwe Fritsch ist seit 1. Juli neuer Chef des Staatlichen Bauamtes Weilheim.

Seit der Zusammenlegung des Straßenbauamtes Weilheim mit den Staatlichen Hochbauämtern in Weilheim und Landsberg vor zehn Jahren haben die Mitarbeiter bereits den dritten Leiterwechsel erlebt: „Eine schnelle Taktfolge“, konstatierte der stellvertretende Behördenleiter Peter Aumann, verbunden mit dem Wunsch, dass Kordons Nachfolger länger bleiben möge.

Zum Vollzug des Amtswechsels hatte Regierungspräsidentin Brigitta Brunner auf bedeutende Projekte in Kordons dreieinhalbjähriger Amtszeit (u.a. Erneuerung Echelsbacher Brücke, Ortsumfahrung Saulgrub, Infrastrukturmaßnahmen für G 7-Gipfel in Elmau, Planung von Tunnelprojekten ins Starnberg und Garmisch) verwiesen. Angesichts vielfältiger Aufgaben sollte „darüber nachgedacht“ werden, ob genügend Personal zur Verfügung stehe. Mit Charme und Witz sorgte Brunner für eine lockere Atmosphäre und herzhafte Lacher.

Der Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamtes Weilheim reicht von der Zugspitze bis vor die Tore Münchens. Das Amt, das, wie sich beim Festakt zeigte, auch mit hauseigener Musik aufwarten kann, betreut mit Weilheim-Schongau, Starnberg, Landsberg, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen fünf Landkreise im Straßen- und Hochbau. Das dezentrale Arbeiten an vier Standorten soll in absehbarer Zeit ein Ende haben. Laut Gerhard Reichel von der Obersten Baubehörde ist für 2019 der Beginn des Erweiterungsbaues in Weilheim anvisiert: Als Pilotprojekt, bei dem alle Bauwerksdaten digital erfasst werden.

Weilheims Bürgermeister Markus Loth dankte Kordon, dem die Oberste Baubehörde die Leitung des Sachgebiets „Straßenbetriebsdienst und Allgemeine Angelegenheiten“ übertragen hat, für die „engagierte, konstruktive Zusammenarbeit“ und überreichte ihm die Große Silbermünze der Stadt. Umfahrungsprojekte würden den Straßenbau wegen unterschiedlicher Interessen oft in „zwiespältige Situationen“ bringen. Staatliche Planung und kommunale Entwicklungsplanung, so Loth, müssten „frühzeitig aufeinander abgestimmt“ werden.

Neues Amt, große Aufgaben

Michael Kordon hat seinem Nachfolger auf dem Chefsessel des Staatlichen Bauamtes Weilheim „ein dickes Paket Arbeit“ hinterlassen und ihm beim Festakt am vergangenen Dienstag schon mal prognostiziert: „Du wirst gut beschäftigt sein in den nächsten Jahren.“

Kordon hatte die Behörde, deren Amtsbereich 128 Städte und Gemeinden einschließt sowie 16 000 Kilometer Straßennetz, von Dezember 2013 bis Mai 2017 geleitet. Eines der drei Projekte, die ihn nach eigenen Worten besonders beschäftigt haben, war die Echelsbacher Brücke, „ein Bauwerk, das alle Schwierigkeiten in sich vereint“. Dass trotz aller Probleme bereits ein halbes Jahr nach der Planfeststellung gebaut werden konnte, freute Kordon. „Ungern“ musste er dagegen die Eröffnung der Hohenpeißenberger Umfahrung seinem Nachfolger überlassen. Wie die Regierungspräsidentin bei der Amtsübergabe in Weilheim hervorhob, engagiert sich Kordon auch ehrenamtlich als Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau.

Die Personalratsvorsitzende Renate Wengenmaier attestierte Kordon einen ambitionierten Sportsgeist und überreichte ihm zum Abschied ein „königlich-bayerisches Staffelholz“ mit der Bitte, dieses sogleich an Uwe Fritsch weiterzugeben. Den neuen Amtschef erwarte ein „hochmotiviertes Team“.

Der 48-jährige gebürtige Mittelfranke Fritsch war seit seinem Eintritt in den Staatsdienst 1994 in drei Regierungsbezirken sowie in sämtlichen Ebenen der Straßenbauverwaltung bis hin zur Bayerischen Staatskanzlei tätig. In den vergangenen dreieinhalb Jahren hatte Fritsch am Staatlichen Bauamt in Augsburg den Bereich Straßenbau geleitet. Im weitläufigen Straßennetz, für das er jetzt verantwortlich zeichnet, sieht der im Landkreis Starnberg wohnhafte Fritsch an vielen Stellen Handlungsbedarf. Eine Vielzahl an Gesetzen würden das Schaffen von Baurecht erheblich erschweren, stellte er fest. „Straßen verbrauchen Grund und Boden und produzieren Lärm.“ Das schaffe in der Bevölkerung Widerstände, deshalb müssten die Projekte ausführlich erklärt werden.

Als Maxime für sein Handeln nannte der neue Behördenchef, der „für harte Stunden“ schon mal einen guten Tropfen Wein überreicht bekam, „Transparenz und Kommunikation“. Von seinen Mitarbeitern fordert Uwe Fritsch „unternehmerisches Denken“ ein.

Maria Hofstetter

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