Mercedes soll Fläche schonen

Neues Autohaus im Osten Weilheims: Ja zum Neubau, aber weniger Boden versiegeln

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So sieht die Visualisierung des neuen MedeleSchäfer-Standortes in Weilheim aus.

Weilheim – Seit vielen Jahrzehnten ist der Mercedes-Vertragshändler Medele in Weilheim ansässig. Die Medele-Schäfer GmbH plant nun, im Osten der Kreisstadt Ausstellung, Verkauf und Werkstatt in einem modernen Neubau zusammenzuführen. Dass das Unternehmen in Weilheim weiter wachsen kann, wird vom Stadtrat begrüßt. Kritisch hinterfragt wird von einigen Mitgliedern allerdings, ob die versiegelte Fläche nicht reduziert werden kann.

„Warum soll alles auf einer Ebene sein und nicht eine Etage draufgesetzt werden?“, hakte Susann Enders (Stadträtin und MdL Freie Wähler) nach, als sich der „alte“ Stadtrat in seiner letzten Sitzung mit der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Änderung/Erweiterung des Bebauungsplanes für das „Gewerbegebiet nördlich der Deutenhausener Straße“ befasste. Es freue sie, „dass sich ein Weilheimer Unternehmen in Weilheim vergrößern kann“, versicherte Enders. Die FW-Rätin plädierte jedoch eindringlich, „den Plan zu überdenken“, um das „Größtmögliche“ an versiegelter Fläche zu sparen.

Um wie viele Quadratmeter handelt es sich und gibt es schon konkrete Vorstellungen?“, wandte sich Grünen-Stadtrat Alfred Honisch an die städtische Bauverwaltung. Manfred Stork hatte Zahlen parat: Auf dem 19 400 qm großen Grundstück werden insgesamt 15 560 qm überbaut, die Gebäudefläche umfasst 4 980 qm ohne Vordach, 9 937 qm werden, zum Beispiel für Parkplätze, versiegelt.

Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt verwies auf Besonderheiten des Baukonzeptes, wie Gründach und Photovoltaikanlage. Die Antragsteller hätten sich „sehr viele Gedanken gemacht“. Michael Lorbacher (SPD) riet, „den Versiegelungsgrad im Bebauungsplanverfahren genau zu beobachten“ und für den Grünstreifen in Richtung Stadt möglichst viele Festsetzungen zu treffen. Stadtrat Honisch war wichtig zu betonen: „Wir wollen nicht nur ein exzellentes Autohaus..., sondern auch eines mit exzellenter Grünordnung.“

„Grundsätzlich froh, dass diese Fläche bebaut wird“, zeigte sich Wolfgang Mini (parteilos). Eine nahe Ostumfahrung, fügte er als Begründung an, werde damit „Gott sei Dank unmöglich gemacht“. Stefan Frenzl aus der Stadtverwaltung verlas daraufhin eine Stellungnahme des Staatlichen Bauamtes Weilheim. Laut Andreas Lenker, für das Umfahrungsprojekt zuständig, würde das neue Mercedes-Autohaus zwar eine Engstelle bedeuten und den Spielraum für diese Variante „deutlich einengen“. Die nahe Ost-Umfahrung könnte jedoch im Falles des Neubaues „grundsätzlich weiterverfolgt“ werden. SPD-Kollege Ingo Remesch hob als positiv hervor, dass mit diesem Neubau im Osten Weilheims auch viele Ausbildungs- und Arbeitsplätze verbunden seien.

Im Flächennutzungsplan der Stadt ist das Grundstück zu knapp zwei Dritteln als gewerbliche Baufläche dargestellt, der Rest als landwirtschaftliche Nutzfläche. Für das geplante Autohaus mit Pkw- und Lkw-Werkstatt ist jedoch die gesamte Grundstücksfläche als Gewerbegebiet festzulegen, weshalb der Flächennutzungsplan entsprechend angepasst werden muss. Die Fachstellen äußerten „keine grundsätzlichen Bedenken“, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist. Dies trifft auch auf den Bebauungsplan zu. Beide Pläne wurde vom Stadtrat einstimmig verabschiedet.

In dem zukünftigen Autohaus neben dem Baustoffhandel Renner,gaben die Geschäftsführer der MedeleSchäfer GmbH, Peter Schäfer und Johannes Medele, kürzlich in einem Pressegespräch bekannt, sollen die drei aktuellen Standorte in Weilheim an der Röntgen- und Alpenstraße sowie im Gewerbegebiet Trifthof und das „Classic-Center“ in Peißenberg vereint werden. Der Baubeginn für das klimaneutral zu betreibende Autohaus ist für das Frühjahr 2021 anvisiert, bis zum Jahresende soll der mit Solar- und Gründächern gestaltete Bau mit parkähnlicher Anlage zur Stadt fertiggestellt sein. Die Erschließung des Neubaues ist über die Jakob-Steigenberger-Straße vorgesehen.

Von Maria Hofstetter

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