Um sich heimisch zu fühlen

Neues Online-Tool für Vernetzung im Landkreis

Online-Tool Besprechung Ehrenamtliche
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Die Ergebnisse der Befragungen und Interviews wurden einigen Ehrenamtlichen des Landkreises vorgestellt. Diese Aufgabe übernahmen die Beraterinnen von Ramboll (v.li.) Kristina Broens, Sara El-Madami und Vanessa Bodenstedt.
  • Mihriban Dincel
    VonMihriban Dincel
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Landkreis – In eine fremde Gegend kommen, ohne Bekannte oder Sprachkenntnisse. Das macht vielen Neuzuwanderern Angst. Ein Online-Tool soll diesen Menschen helfen.

Mit dem Programm „Land.Zuhause.Zukunft“ unterstützen die Robert Bosch Stiftung und die Universität Hildesheim Landkreise dabei, innovative und zukunftsfähige Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen weiterzuentwickeln. Weilheim-Schongau hat sich für dieses Programm beworben und erhielt als einziger Landkreis in Bayern den Zuschlag für eine Teilnahme. Dadurch soll nun ein digitales Tool entstehen, dass sich an Frauen, Mütter und junge Familien richtet, die frisch hier ankommen sind und daher noch kaum jemanden kennen. Dabei geht es vorrangig darum, diese Frauen mit Einheimischen zu vernetzen und ihnen somit das Gefühl von Zugehörigkeit zu vermitteln.

Doch dafür musste zunächst einmal ermittelt werden, was dieses Tool überhaupt beinhalten und wie es letztlich funktionieren soll. Hierfür wurden vorab Online-Treffen, Interviews und Umfragen mit Betroffenen durchgeführt. So wurde herausgefunden, was sie im Alltag interessiert und weswegen sie sich vernetzen wollen. Auch fand hierzu ein Treffen in Präsenz statt. Daraus ergaben sich Wünsche wie: Mehr Kontakt zu Deutschen, um die Sprache aktiv zu lernen, die gemeinsame Ausübung von Hobbys oder auch ein Austausch über Fragen zum Schulsystem, Nachhilfe oder Kinder im Allgemeinen.

Nach diesen Recherchen fand ein Treffen einiger Ehrenamtlicher und Beraterinnen des Unternehmens Ramboll statt, das den Landkreis bei diesem Vorhaben unterstützen wird. Man tauschte sich über die Ergebnisse, Ideen und Möglichkeiten aus. Dabei stieß das mögliche Tool bei den meisten auf Zustimmung. Zwar gab es einige Bedenken bei der Ausführung, doch die Mehrheit empfand es als etwas Positives. Auch betonte Ingeborg Bias-Putzier, Integrationslotsin im Landkreis, dass sich das Tool nicht nur an Geflüchtete richtet. Zugewanderte aus allen Orten würden Kontakte und Unterstützung benötigen, um sich zurechtzufinden. Da mache man keinen Unterschied zwischen Menschen aus Norddeutschland, die in den hiesigen Landkreis ziehen, oder Geflüchteten. Wichtig sei es, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der sich Frauen und junge Familien miteinander vernetzen können. Daher einigte man sich beim Präsenz-Treffen auf den Namen „Gemeinsam“ für das Tool. Technisch sei vieles möglich und auch einige gute Ideen, wie das Tool beworben werden könnte, wurden festgehalten.

Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß ist die Vernetzung von Frauen ein großes Anliegen. Denn sie seien oftmals der Integrationsanker für Familien und Kinder. Dennoch seien sie häufig zu Hause und bekämen daher weniger oft die Gelegenheit, zu Einheimischen eine Bindung aufzubauen. Das soll die Vernetzungsplattform nun ändern. Ob und wann das Tool zustande kommt, hängt noch von den Finanzierungsmöglichkeiten ab. Bias-Putzier hofft jedoch das Beste und ist zuversichtlich, dass diese Kontaktmöglichkeit für Frauen bald realisiert wird.

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