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Nicht alle einer Meinung

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Standort Vereinsheim: Auf dem Bolzplatz zwischen dem Kindergarten (li.) und den Tennisplätzen (re.) soll das neue Vereinsheim und Feuerwehrhaus entstehen. © Roland Halmel

Wessobrunn/Forst – Der Tagesordnungspunkt las sich eigentlich relativ unkritisch. „Neubau Vereinsheim Forst - Grundsatzbeschluss“ war als Punkt fünf verzeichnet.

Nachdem in verschiedenen Sitzungen des Wessobrunner Gemeinderats schon über das Thema gesprochen worden war und dabei die positiven Stimmen überwogen, war zu erwarten, dass es keine größere Diskussion mehr gibt. Die kam dann aber überraschender Weise trotzdem zustande, ausgelöst durch die Sitzungsvorlage, die Bürgermeister Helmut Dinter an die Wand projizierte. „Die war aber nicht in unseren Unterlagen und die hätte ich im Vorfeld schon gerne gesehen, um mich vorzubereiten“, monierte Ratsmitglied Helmut Geisenberger, woraufhin sich eine aufgeregte Debatte entspann. „Das ist eigentlich nur zusammengefasst, was wir in den letzten Monaten besprochen haben und das haben wir in der Verwaltung kurzfristig vor der Sitzung zusammengeschrieben“, erklärte Dinter seine Ausführungen, in denen Eckdaten des Vorhabens aufgelistet waren.

Dabei war unter anderem von den beengten Platzverhältnissen der Schützen, Feuerwehr und Musiker in Forst die Rede, die das Thema Vereinsheim in Gang gebracht hatten. Zudem wurden Landjugend, Sportverein und Fingerhakler, die zum Teil über keine eigenen Räumlichkeiten verfügen, miteinbezogen. Von den zwei Hauptvarianten – der Renovierung und Erweiterung von bestehenden Gebäuden oder einem Neubau für alle Vereine zwischen Kindergarten und Tennisplätzen – bekam schließlich letztere den Vorzug.

„Der Vorteil dieser Lösung ist, dass bis zur Fertigstellung alle Vereine in ihren bisherigen Wirkungsstätten arbeiten können“, führte Dinter aus. Für diese Aussagen erntete er auch keinen Widerspruch im Ratsgremium. „Das alles haben wir ja schon beredet“, pflichtete Hermann Lautenbacher bei. Andreas Reßler betonte noch einmal die Wichtigkeit des Projekts. „Weil alle Vereine in Forst Platzmangel haben“, so Reßler, der sich zudem überzeugt zeigte, dass sich durch diese breite Ausrichtung für alle Forster Vereine auch viele Helfer für mögliche Eigenleistungen finden lassen.

„Trotzdem wäre uns kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn wir den Beschluss nochmal vier Wochen verschoben hätten,“ blieb Geisenberger bei seiner Kritik an der aus seiner Sicht unzureichenden Information im Vorfeld. „Wir können jetzt doch nichts verlieren, wenn wir erst mal nur den Grundsatzbeschluss fassen“, sprach sich Annemarie Bösl dafür aus, bereits in der aktuellen Sitzung eine Entscheidung herbeizuführen.

Dem schloss sich der Gemeinderat dann auch mehrheitlich an. Mit zwei Gegenstimmen beschloss das Gremium, den Neubau eines gemeinsamen Vereinsheims inklusive Feuerwehrhaus grundsätzlich zu befürworten. Dafür erarbeiten jetzt die Gemeinde und die Vereine gemeinsam ein Konzept, aus dem eine Vorplanung entwickelt werden soll. Diese bildet dann die Grundlage für die mögliche Bezuschussung, die Finanzierung und letztlich auch die Realisierung. Die Entscheidung über die Beauftragung der einzelnen Projektschritte bleibt dabei dem Gemeinderat vorbehalten.

Von Roland Halmel

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