Bürger für Weilheim geben auf Neujahrsempfang Einblick in anstehende Projekte

Viel zu tun im Oberzentrum

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Weilheims Aufstufung zum Oberzentrum wertete Bürgermeister Markus Loth (am Rednerpult) als „eine der bedeutendsten Nachrichten für die Zukunft unserer Stadt.“

Weilheim – Werden Neujahrsempfänge in Wahljahren auch von den Kandidaten der großen Politik gern als Bühne genutzt, nehmen die BfW für sich in Anspruch, ausschließlich für und in Weilheim tätig zu sein.

„Regional denken – vor Ort handeln“ stand auf den Roll ups, die BfW-Vorsitzender Tillman Wahlefeld den Gästen präsentierte und scherzhaft versicherte: „Die „Weilheimer für den Bundestag“ und „Weilheimer für den Landtag“ wird es nicht geben.“ Grundsatzprogramme, Leitlinien und Menschenbilder seien zwar wichtig, politisch angewandt könnten sie aber auch „lähmen und manche pragmatische Entscheidung verhindern oder komplizierter machen“.

Dass Weilheim wächst, ist für Bürgermeister Markus Loth an dem Bevölkerungszuwachs – „am 2. Januar hatten wir 22 904 Einwohner“ – und den vielen Baukränen im Stadtgebiet erkennbar. Für das gemeinsam mit Polling beschlossene Gewerbegebiet „Achalaich“ werden „mit Nachdruck“ die Ausschreibungsunterlagen für die Erschließung erstellt, berichtete er. Im Sommer werden die Grundstücke baureif sein. Mitte 2018 soll auch mit dem Erweiterungsbau für das Pfiffikus-Kinderhaus an der Andreas-Schmidtner-Straße und der Sanierung des Stadtmuseums begonnen werden. Zum Thema Bahnhalt „Weilheim-Au“ stellte Loth für die Anwohner eine Informationsveranstaltung mit Vertretern von Bahn, Wasserwirtschaftsamt und Planern in Aussicht.

Zur Linderung der Parkplatznot wird unter anderem ein Parkhaus am Öferl geplant und „nicht wie spekuliert am Maibaumplatz“ neben dem Amtsgericht, stellte Loth klar. Den Vorwurf, Weilheim mache zu wenig für Radfahrer, wollte der Bürgermeister nicht unkommentiert stehen lassen. Er verwies darauf, dass für Weilheims Radwegenetz demnächst ein Gesamtkonzept erstellt wird, in das auch neue Wege, wie nach „Achalaich“ und Deutenhausen, einfließen sollen. „Wir erhoffen uns von externen Fachleuten Impulse“, sagte Loth.

Die Schließung der Geburtshilfe am Weilheimer Krankenhaus „liegt uns schwer im Magen“, bedauerte der Rathauschef. Alle politisch Verantwortlichen würden sich darum bemühen, das fehlende Personal zu finden. „Es kann nicht sein, dass kein Weilheimer mehr geboren wird“, steht für Loth außer Frage.

Die „Gögerlgeiger“ leiteten mit schwungvollen Klängen zum nächsten Redner über: Dr. Claus Reindl, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, berichtete von den Zukunftsvorstellungen der BfW für Weilheim und sieht diese von dem starkem Zuwanderungsdruck und der Zentrumsfunktion Weilheims geprägt. Für die Neubürger müssten Wohnraum und Infrastruktur bereitgestellt werden. Die BfW handelten nach der Prämisse „möglichst viel Wohnraum über innerörtliche Nachverdichtung zu schaffen“, um den Flächenfraß im Außenbereich zu beschränken. Zu den Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum merkte Reindl an, dass die Stadt nur über den Bau von Sozialwohnungen und geförderten Wohnraum Einfluss nehmen könne – „und das wird in großem Umfang gemacht“. Als Beispiele führte er Linden-, Geistbühel-, Singer- und Kanalstraße an. Die zuletzt realisierten Einheimischenmodelle hätten sich „nicht bewährt“, da sich die eigentliche Zielgruppe ein Eigenheim aufgrund hoher Baupreise doch nicht leisten konnte.

Potenzial für Gewerbeansiedlungen gebe es nach dem Bezug von „Achalaich“ auf dadurch frei werdenden Flächen, am östlichen Ortsrand zwischen Stadtwerken und Firma Renner sowie westlich davon. Die Flächen sollen nach Reindls Worten „baldigst erschlossen“ werden.

Stichwort Entlastungsstraße: Eine der Planung des Staatlichen Bauamtes vorgeschaltete Verkehrsuntersuchung, fuhr Reindl fort, habe ergeben, dass eine Umfahrung im Westen oder Osten Weilheims Straßennetz „deutlich höher vom Verkehr entlasten“ würde als eine Untertunnelung.

Ein Parkdeck am P&R-Platz westlich vom Bahnhof, auf dem einstigen Stadtwerke-Areal und im Krankenhausbereich sowie das Anliegerparken könnten den Parkraumengpass entlasten.

Wie sich eine größere Fußgängerzone verkehrlich und wirtschaftlich auf die Innenstadt auswirken würde? Das Zwischenergebnis einer Studie bescheinige der Innenstadt, „insgesamt sehr gut aufgestellt“ zu sein. „Jede Veränderung wäre ein großes Risiko“, so Reindl. Als „Wermutstropfen“ bezeichnete der Verkehrsreferent des Stadtrats den „relativ starken Verkehr durch die Innenstadtstraßen“, wofür Maßnahmen erforderlich seien. Der ÖPNV müsse stärker gewichtet und beim Stadtbus über eine Ausweitung des Liniennetzes in alle Ortsteile und in Nachbargemeinden nachgedacht werden.

Reindl Hinweis auf eine „neue, viel versprechende aber noch nicht spruchreife Entwicklung in puncto Dreifachturnhalle“ ließ aufhorchen. Bevor der letzte Satz zur politischen Arbeit in der Fraktion verklungen war, wurden im Pfarrheim Miteinander von BfW-Frauen vorbereitete feine Häppchen aufgetischt.

Von Maria Hofstetter

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