Kreisverband gibt Neujahrsempfang in Weilheim

Grünen fehlt Gerechtigkeit

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Karl-Heinz Grehl beim Neujahrsempfang der Grünen in Weilheim.

Landkreis/Weilheim – Während die Politik im Landkreis, aus Sicht des Bündnis 90/Die Grünen Kreisverbandes (KV) Weilheim-Schongau, recht gut funktioniert, gab es beim Neujahrsempfang in den Räumen des Biomarktes Biomichl deutliche Kritik an der Ungerechtigkeit in der Welt und an der CSU.

Momentan gäbe es weltweit so viele Kriege wie selten zuvor in der Geschichte der Menschheit, sagte der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl. In etwa der Hälfte der 200 Staaten der Welt würden „Menschenrechte mit Füßen getreten“ und Umwelt- sowie Klimaschutz keine Rolle spielen. Am meisten Sorgen würden ihm Politiker wie Donald Trump und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro machen. „Es fehlt vor allem an Gerechtigkeit“ und wann immer der Bürger merke, dass für ihn nichts übrig bleibt, tendiere er beim Wählen in die rechte Richtung. An die CSU gerichtet meinte Grehl, dass sie den Grünen wenigstens zugestehen sollte, dass sie eine Volkspartei geworden seien. Was die AfD anbelangt, sei die Bezeichnung Populisten eine Verharmlosung. „Das sind Neofaschisten.“ Lob fand Grehl für die Arbeit des Kreistages, in dem die Parteien in fast allen Punkten problemlos zusammenarbeiten würden. „So stelle ich mir Regionalpolitik vor.“ Zudem würde der Landkreis momentan viel Geld in Schulen und die Infrastruktur investieren. Weniger erfreut zeigte sich Grehl darüber, dass es nirgends so viele Autos pro Kopf gäbe wie in Weilheim-Schongau. Um die Klimaziele für 2025 zu erreichen, seien nicht nur die Politik, sondern „wir alle“ gefragt.

Auf die Kommunalwahlen, den abgelehnten Bahnhalt-Au und auf die geplante Entlastungsstraße für Weilheim ging Alfred Honisch, Fraktionssprecher der Grünen im Stadtrat, kurz ein. Was den letzten Punkt anbelangt, bevorzugen die Grünen eine andere Vorgehensweise als unter anderem die BfW. Wenn nur gewartet würde, bis das Staatliche Bauamt alle Zahlen und Fakten zusammengetragen hat, bliebe kein Platz für Visionen.

Als „special guest“, wie sie KV-Sprecher Manuel Neulinger nannte, war Henrike Hahn anwesend. Die 48-Jährige, die heuer für das Europaparlament kandidiert, machte sich vor allem für die Europäische Union stark. Pro Europa heiße Zusammenhalt und nicht Ausgrenzung. Kritik übte sie an der CSU, welche plötzlich „ergrünt ohne zu erröten“. Daher sollten sich die Wähler an ihren Taten und nicht an ihren Reden orientieren. Laut Hahn müsse Europa Vorreiter in puncto erneuerbare Energien sein. Zudem ist es der Politikerin, die viele Jahre Arbeitserfahrung in der Unternehmensberatung für technologieorientierte Unternehmen hat, wichtig, Ökologie und Ökonomie miteinander zu versöhnen. Was das Thema Flüchtlinge anbelangt, stehe die Europäische Union ganz klar für Humanität und Solidarität.

Von Sofia Wiethaler

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