Neujahrsempfang der Grünen in Weilheim – Kandidaten stellen sich vor

Visionen für Bayern

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Ludwig Hartmann (am Rednerpult) sprach vor den Kreisgrünen viele Themen an. Rechts Bezirkstagskandidat Dr. Eckart Stüber, am Tisch vor Hartmann sitzend (v. li.): Alfred Honisch, Landtagskandidat Andreas Krahl und Karl-Heinz Grehl.

Weilheim – Bürgernah gab sich der Kreisverband der Grünen beim Neujahrsempfang am Sonntag im „Biomichl“. Die Kandidaten für die Wahlen im Herbst sowie der Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann standen am Rednerpult.

Als selbsternannter „Einheizer“ schoss Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl gegen die anderen Parteien. Alexander Dobrindt mutiere zum „Alpen-Che-Guevara“, Christian Lindners Politik wackele „wie der Schwanz an der Kuh“ und die SPD stecke in einer „postpubertären Phase“. Grehl hofft zwar auf eine stabile Regierung, aber „wenn das nicht klappt, wählen wir halt nochmal“.

Erfreut zeigte sich der stellvertretende Landrat über das politische Interesse der Bürger. Jedoch gelte es, den Informationsfluss zu verbessern. Er schlug vor, politische Stammtische einzuführen. Hinsichtlich der Diskussion um das Areal beim Amtsgericht habe eine derartige Zusammenkunft bereits funktioniert. „Ein Parkdeck wird nicht gebaut“, bezog Grehl zum Thema Stellung. Später schloss er den Bau zweier Turnhallen für das Gymnasium nicht aus. Planungen gebe es aber bisher keine. In Sachen Krankenhaus zeigte sich Grehl zuversichtlich: „Wenn wir Ärzte gefunden haben, wird es in Weilheim wieder eine Geburtsstation geben.“

Stadt- und Kreisrat Alfred Honisch hatte trotz der Offenheit der Grünen bei der Integration zur Asylpolitik klare Worte: „Der Staat muss aktiv durch Rückkehrprämien, Kleinkredite und Abschiebungen dafür sorgen, dass gewaltbereite Flüchtlinge hier nichts zu suchen haben.“

Dr. Eckart Stüber zeigte sich optimistisch, eine Chance zu haben, in den Bezirkstag einzuziehen. „Wir können locker mit 16 Prozent und mehr rechnen.“ Er monierte den „wirtschaftlichen Entwicklungswahn“ anderer Parteien und kritisierte das „völlig absurde Projekt“ eines Hotels am Haarsee.

Erstmals einem größeren Publikum stellte sich Landtagskandidat Andreas Krahl vor. Der Seehausener (28) gab Einblick in die Probleme der Gesundheitspolitik. Die Situation der Hebammen und Pflegekräfte beleuchtete der Intensivkrankenpfleger kritisch.

Das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ besprach Ludwig Hartmann. Der exzessive Flächenverbrauch hinterlasse „bleibende Narben in der Landschaft Bayerns, die nie wieder heilen“. Er empfahl, ländliche Regionen zu stärken, „damit München den Zuzugsboom stemmen kann“. Wie es sich für einen Grünen gehört, erwähnte Hartmann das Artensterben sowie den Grundwasserschutz. Bereits ein Verzicht von 50 Prozent der Ackergifte könne bei beiden Problemen helfen „und das ohne Ertragseinbußen“. Bis 2025, so Hartmanns Vision, könne Bayern komplett mit Glasfasernetz ausgestattet sein. Die nötigen zehn bis elf Milliarden Euro seien über sieben Jahre „kein Problem für Bayern“. Er forderte ein Umdenken in vielen Bereichen und „größere Visionen, wo wir unser Land hin-

entwickeln“.

Im Schlusswort kündigte Honisch seinen Abschied als Sprecher der Kreisgrünen an: Nach 15 Jahren wolle er das Zepter nun abgeben.

Von Ursula Gallmetzer

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