Peißenberger CSU beschwört Bedeutung der Europawahl

In Europa zusammenrücken

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Sprachen beim Neujahrsempfang der Peißenberger CSU: V.li. Ortsverbandschef Frank Zellner, MdL Harald Kühn, Sandra Rößle, Andrea Jochner-Weiß und Alexandra Dobrindt.

Peißenberg – Alexander Dobrindt ist, wie er selbst sagt, „ein großer Anhänger der Digitalisierung“. Und bei den Neujahrsempfängen der Peißenberger CSU verrät der Spitzenpolitiker für gewöhnlich, welche technischen Neuheiten er vom Christkind geschenkt bekommen hat. 2017 lag zum Beispiel eine Google-Sprachbox unter dem Weihnachtsbaum. Und 2018? „Da war die Freude etwas getrübt“, erzählte der CSU-Landesgruppenchef bei der jüngsten Auflage des Neujahrsempfangs in der Tiefstollenhalle.

Dobrindt meinte damit den Datenleak-Skandal, im Zuge dessen etliche Politiker und Prominente ausgespäht wurden. Auch Dobrindt war von dem Hackerangriff betroffen, allerdings wurden nur Dokumente online gestellt, die er selbst ohnehin schon publik gemacht hatte. Die ganze Angelegenheit bezeichnete Dobrindt beim Neujahrsempfang als „nicht so schlimm“: „Da wird sehr viel Unsinn erzählt“, relativierte Dobrindt die öffentliche Debatte. Dennoch sei es durchaus ratsam, mit digitalen Medien „sorgfältiger umzugehen“ und vernünftige Passwörter zu verwenden. Im Fokus von Dobrindts „Neujahrsansprache“ stand ansonsten ganz die im Mai stattfindende Europawahl. Es brauche eine hohe Wahlbeteiligung, und es müsse eine kluge Entscheidung getroffen werden, denn sich aus Europa zu verabschieden wie die Briten, das könne nicht der richtige Weg sein: „Eigentlich müssten wir noch näher in Europa zusammenrücken“, erklärte Dobrindt mit Hinweis auf die Schlagkraft der USA und von China: „Im Vergleich zur Welt sind wir ein eher kleines Land.“

Zumindest noch nicht öffentlich haben die Peißenberger Christsozialen die Kommunalwahl 2020 auf dem Schirm. Ein Bürgermeister-Kandidat soll erst im Sommer präsentiert werden. Auch inhaltlich gab es beim Neujahrsempfang wenig Konkretes zu hören. Vize-Rathauschefin Sandra Rößle gab einen kurzen Abriss über das ortspolitische Geschehen – mehr nicht. Dabei kamen unter anderem die bisherige Neugestaltung der Ortsdurchfahrt zur Sprache („Die ist nur teilweise geglückt“), das geplante Gewerbegebiet-Ost („Wir warten auf die Durchführung des Umlegungsverfahrens“), der Hochwasserschutz („Provisorische Maßnahmen müssen jetzt schnellstmöglich umgesetzt werden“) und die Arbeitsatmosphäre im Marktrat: „Man könnte den Eindruck haben, dass es im Gremium viele interne Auseinandersetzungen gibt. Aber ich kann Ihnen versichern: Das ist nicht so“, ließ Rößle die rund 100 Empfangsgäste wissen. Schließlich durfte Landrätin Andrea Jochner-Weiß noch wie jedes Jahr beim Neujahrsempfang auf das „Landkreis-Ranking“ der Zeitschrift „Focus Money“ verweisen, bei der regelmäßig die wirtschaftlich stärksten Regionen in Deutschland aufgelistet werden. Weilheim-Schongau belegte zuletzt Platz neun: „Darauf können wir sehr stolz sein“, so Jochner-Weiß.

Von Bernhard Jepsen 

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