Weilheims Grüne positionieren sich für Kommunalwahl 2020

Neulinger setzt sich durch

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Manuel Neulinger (mi.) kandidiert fürs Bürgermeisteramt. Zu seinen ersten Gratulanten zählten die Vorstandssprecher Karl-Heinz Grehl und Franziska Perl.

Weilheim – Manuel Neulinger (41) setzte sich bei der Bürgermeisterkandidatur der Weilheimer Grünen gegen Dr. Eckart Stüber durch.

Der gebürtige Weilheimer ist relativ neu auf der politischen Bühne. Bei den Grünen ist er seit 2011 Mitglied und seit Januar 2018, als Nachfolger von Alfred Honisch, Vorsitzender der Kreisgrünen. Neulinger, der sich kürzlich politisch als Sprecher des Aktionsbündnisses im Landkreis zum Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ engagierte, ist beruflich in der Rechtsabteilung der Allianz SE in München tätig.

Bei der Aufstellungsversammlung im Dachsbräu analysierten beide Bewerber alle Bereiche der Weilheimer Stadtpolitik, berichtete Honisch.

Stüber vertrat gerade beim Thema Ortsumfahrung die kompromisslose Auffassung „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten!“ Stüber wolle nicht, „dass Weilheim das verkehrliche Nadelöhr beseitigt, so wie es Bürgermeister Loth fordert“ und lehnt auch einen Tunnel ab, der mit „am Ende voraussichtlich 400 Mio. Euro Kosten durch nichts zu rechtfertigen“ sei.

Neulinger ist gegen oberirdische Umfahrungsvarianten, kann sich aber eine Tunnellösung vorstellen, „weil sie wenigstens den Durchgangsverkehr aus Weilheim herausbringt“.

Beim Wohnungsbau strebt Stüber eine ähnliche Lösung an wie der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer in Tübingen: Durch sanften Zwang Grundstücksbesitzer zur Schaffung von Wohnraum auffordern, das heißt, innerhalb von zwei Jahren ein Baugesuch einreichen. Ein weiterer Kernpunkt seiner Vorstellungsrede war das Versprechen, den städtischen Haushalt zukunftsträchtig auf gemeinwohlökonomische Erfordernisse umzustellen.

Kontrahent Neulinger möchte „den Schwung und den Auftrieb der Grünen nutzen, um uns für Menschen jenseits der grünen Kerngruppe wählbar zu machen“. Der Wohnungsbau sei ein Spannungsfeld, bei dem Nachverdichtung und Bauen in die Höhe kein Tabu mehr sein dürfe. Im neugewählten Stadtrat, so Neulinger, „sollten die Grünen offen für alle möglichen Koalitionen sein, außer mit der AfD.“ In der Fragerunde fühlten die Delegierten den Kandidaten mit 20 Fragen zur Stadtpolitik auf den Zahn.

Das Wahlergebnis fiel mit 13:2 Stimmen bereits im ersten Durchgang deutlich für Neulinger aus, was laut Honisch „nicht wenige überrascht“ hat.

Von Kreisbote

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