Mit 94 noch die Schere geschwungen Zum 100. gratulieren Friseurmeister Josef Weigl auch ein Urenkerl und der Ministerpräsident

Zum 100. gibt es auch für Männer Blumen vom Bürgermeister. Josef Weigl im Kreise seiner Gratulanten Markus Loth, Enkelin Iris, Urenkerl Leni und Tochter Marille Lütz. Foto: Hofstetter

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MARIA HOFSTETTER, Weilheim – In 100 Jahren viele Sonn- und Schattenseiten erlebt hat Josef Weigl. Dass der Jubilar seine Geburtstagsgäste im eigenen Heim empfangen konnte, verdankt er Tochter Marille Lütz, die sich, unterstützt von einer Haushaltshilfe, liebevoll um den Vater kümmert. Bei der Rückschau auf das erfüllte Leben ihres Vaters springt Marille Lütz ein. Denn der Jubilar, der gerne Zeitung liest und als FC Bayern-Fan vor dem Fernseher aufmerksam dessen Spiele verfolgt, kann die ihm gestellten Fragen akustisch nicht verstehen. Als Funker im Zweiten Weltkrieg wurde das Trommelfell seiner Ohren stark beschädigt. Im niederbayerischen Frontenhausen geboren und aufgewachsen, verschlug es Weigl nach seiner Friseurlehre beruflich nach Mittenwald und Murnau. 1939 legte er in Leipzig die Meisterprüfung ab. 1940 nahm Josef Weigl während eines Heiratsurlaubs seine Maria zur Frau, mit der bis zu deren Tod im Jahr 1994 eine schöne gemeinsame Zeit verbrachte. 1953 eröffnete der Friseurmeister in der Kirchmayrstraße in Weilheim den „Salon Weigl“, den seine Tochter Marille Lütz weiterführt. „Bis zu seinem 94. Lebensjahr kam er immer noch ins Geschäft“, verweist Lütz auf die Rüstigkeit ihres Vater bis ins hohe Alter. In der Freizeit pflegte der Hobbygärtner mit Begeisterung seinen Schrebergarten in der Au. Wichtig waren ihm auch die regelmäßigen Urlaubsreisen in den Süden mit der Familie, zu der sich später zwei Enkelinnen und vor acht Monaten noch Urenkelin Leni gesellten. Seit einer schweren Operation vor zwei Jahren ist Weigls Bewegungsradius jedoch stark eingeschränkt. Bürgermeister Markus Loth, der Blumen, Wein, „etwas Süßes“ und eine Medaille des Bayerischen Ministerpräsidenten vorbeibrachte, kann sich nicht erinnern, in seiner Amtszeit einem männlichen Bürger Weilheims zum 100. gratuliert zu haben. „Meist sind´s ja die Frauen, die älter werden“, kommentierte er dies.

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