"Du hast nur das eine Leben"

NS-Überlebender erzählt Weilheimer Realschülern seine Geschichte

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Abba Naor (2.v.li.) erzählte den Weilheimer Realschülern über sein Leben während der NS-Zeit. Im Anschluss bekam er von den Schülern einen Scheck in Höhe von 250 Euro für den Verein Comitée International de Dachau überreicht.

Weilheim – Einer der Schwerpunkte im Geschichtsunterricht der 9. und 10. Klassen der Weilheimer RealschülerInnen ist die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Im Zuge dessen bekamen die SchülerInnen im Februar Besuch von Abba Naor – einem NS-Überlebenden.

Hautnah und sehr persönlich erzählte Naor seine Lebensgeschichte. Er wurde am 21. März 1928 in Litauen geboren. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde er mit 13 Jahren zuerst in das litauische Ghetto in Kaunas verbracht und im Anschluss daran in ein Vernichtungslager deportiert.

Da er arbeitsfähig war, kam er nach Utting am Ammersee in ein Arbeitslager. Wenige Monate später ging er freiwillig in das Außenlager Kaufering, da er dort seinen Vater vermutete – vergeblich. Ende April 1945 wurde er auf einen Todesmarsch über Bad Tölz geschickt. Die Rettung kam am 2. Mai in Waakirchen. Dort wurden er und viele andere von den Amerikanern befreit.

Mit beeindruckenden Worten schilderte Naor den SchülerInnen seine Ängste, seine Hoffnungen, seine Sorgen und sein Glück. 90 Minuten lang war im Mehrzweckraum der Realschule nichts außer der Stimme Naors zu hören.

Die SchülerInnen hatten im Anschluss daran noch Zeit, um Naor persönliche Fragen zu stellen, bevor die Schülermitverwaltung dem besonderen Gast eine Spende über 250 Euro überreichte. Die soll dem Verein Comitée International de Dachau (CID) zu Gute kommen, dessen Vizepräsident Naor ist. Das CID ist eine unabhängige Organisation, das Sprachrohr der ehemaligen Häftlinge aus 37 Ländern, Deutschland inbegriffen. Das CID wurde von den Häftlingen des KZ-Lagers noch vor dem 29. April 1945, dem Befreiungstag des Lagers in Dachau, gegründet. Ziel des Vereins ist es, die Entwicklung der KZ-Gedenkstätte als Erinnerungs- und Lernort zu erhalten.

Den Jugendlichen blieben von diesem besonderen Schultag vor allem Naors Humor, seine Direktheit und sein Mut, seine Geschichte immer und immer wieder zu erzählen, sowie seine Forderung und Ermahnung an die SchülerInnen im Gedächtnis: „Du hast nur das eine Leben. Mach‘ was draus. Leben ist was Feines!“

Von Kreisbote

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