BfW und SPD nutzen Mehrheit im Stadtrat: Zweites Haus erlaubt

Bauen in zweiter Reihe im Weilheimer Süden – gleiches Recht für Alle oder Eingriff in das Persönlichkeitsrecht? Dieser Frage ging der Weilheimer Stadtrat hinsichtlich der Nachverdichtung im Weilheimer Süden beim Bebauungsplan Herzogstrandstraße/Zugspitzstraßenach. Bis BfW und SPD mit ihrer Mehrheit für das Bauen stimmten, entbrannte eine heftige Diskussion zwischen den Baugegnern und Befürwortern.

„Die Nachverdichtung ist verfehlt“, klagte Heidrun Brugger (CSU). Würden Familien mehr Wohnraum benötigen, dann könnten sie an ihr bestehendes Haus anbauen, anstelle ein zweites in den Garten zu stellen. Die CSU-Fraktion war für eine Bebauung entlang der Straße, was Petra Arneth-Mangano (SPD) „viel schlimmer“ fände. Dann würden die Gebäude sehr kolossal wirken, befürchtete sie. Uta Orawetz (CSU) appellierte an die SPD-Fraktion, nicht von den Machtverhältnissen im Stadtrat Gebrauch zu machen und die Nachverdichtung in zweiter Reihe zu verhindern. Die SPD hat mit der BfW die Mehrheit im Weilheimer Stadtrat. Das Votum der SPD für den Bebauungsplan habe laut Gerhard Trautinger, SPD-Fraktionsvorsitzender, nichts mit Macht zu tun. „Ich übe damit einen demokratischen Vorgang aus“, erklärte er. Daraufhin konterte Stefan Zirngibl (CSU) ironisch: „Die SPD hat immer den CSU-Fraktionszwang kritisiert. Da muss ich sagen: Wir haben auch nur demokratisch abgestimmt.“ Was dabei passieren kann, wenn Anwohnern erlaubt werde, im Garten ein zweites Haus zu bauen, verdeutlichte Zirngibl: „Beim Bebauungsplan Prälatenweg Ecke Zugspitzstraße haben wir zugestimmt, dass eine Familie in zweiter Reihe bauen kann. Was ist nun? Die Familie ist weggezogen und im Garten wird ein Haus gebaut“, kritisierte er. CSU und einige Anwohner befürchten nun selbiges für das Südviertel-Quartier. Denn zwei Häuser ließen sich lukrativer verkaufen, als ein Grundstück mit nur einem Haus, kritisierten bei der Stadtratssitzung anwesende Bürger nach der Sitzung. Gegen die Nachverdichtung sprachen sich auch Grüne/FDP/ UWV aus. Aufbrausend reagierte Dr. Norbert Vidal (BfW) auf den Vorwurf, dass weder seine Partei noch die SPD den Bürgerwillen respektieren würden. „Was interessiert denn den Bürger? Das Geld“, ärgerte er sich und quittierte dafür Buhrufe von den Anwesenden. Dabei ärgerte sich Vidal explizit über einen Bürger, der zwar den Bebauungsplan kritisiere, zugleich aber auf seinen Vorteil bedacht sei. „Wer so ein Bild vom Bürger hat, braucht natürlich keine Bürgerbeteiligung“, äußerte sich Klaus Gast (CSU) nach der Sitzung in einem Schreiben an den KREISBOTEN. Mit ihrer Mehrheit stimmten die BfW und SPD dem Bebauungsplan gegen Stimmen der CSU sowie FDP/Grüne/UWV zu.

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