Dornröschenschlaf bald beendet ?

Pollinger Schwaige: Eigentümer legt konkrete Nutzungspläne vor

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Noch im Dornröschenschlaf: Die Schwaige St. Wolfgang südwestlich von Polling. Für das alte Gehöft gibt es aber nun konkrete Nutzungspläne.

Polling – Von der Huglfinger Straße aus ist die alte Klosterschwaige St. Wolfgang kaum noch zu sehen. Das alte Tuffsteingemäuer am Kellerberg, das seit vielen Jahren leer steht, ist ebenso wie der Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Eiskeller fast komplett zugewachsen. Doch nun soll die Schwaige aus ihrem Dornröschenschlaf geholt und revitalisiert werden.

Im Gemeinderat präsentierte Eigentümer Michael Jarnach konkrete Pläne für eine moderne Nutzung. In Polling gingen in jüngster Zeit Gerüchte um, dass Jarnach die Schwaige verkaufen wolle. Doch das dementierte der Kulturreferent (Wahlgemeinschaft Polling) im Gemeinderat. Jarnach möchte das alte Gehöft langfristig verpachten – und zwar, wie er berichtete, an ein „bedeutendes Medienunternehmen“, das sich unter anderem auf Film- und Musikproduktionen spezialisiert hat. Dafür braucht es ein abgeschirmtes Tonstudio – genau das soll quasi als „Haus im Haus“ im Eiskeller entstehen. Das Tonstudio soll also als eigenständige Kubatur in das historische Kellergewölbe integriert werden. Im Bauernhaus wiederum sollen Mitarbeiterbüros und Künstler-Gästezimmer entstehen.

Grundlegende Konzeptidee ist es, eine Symbiose zwischen historischer Bausubstanz und moderner Nutzung zu schaffen. Jarnach spricht bezüglich der Revitalisierung von einer „spannenden Geschichte“, die von den Denkmalschutzämtern bereits für gut befunden worden sei: „Wenn alles fertig ist, soll das historische Umfeld die kreative Arbeit inspirieren.“

Die Ertüchtigung der alten Schwaige, die vor dem Leerstand als Freilaufgelände für Geflügel diente und von einer älteren Dame bewohnt wurde, ist durchaus aufwendig. Kosten nannte Jarnach im Gemeinderat noch nicht. Als „Vorprojekt“ stehen zunächst Vermessungsarbeiten auf dem Programm, im Rahmen derer ein dreidimensionales Gebäudemodell erstellt wird. Auch müssen planungsrechtliche Hürden mit einem vorhabensbezogenen Bebauungsplan genommen werden. In zwei bis drei Jahren, schätzt Jarnach, könnte das Projekt umgesetzt sein: „Das ist aber nur ein sehr grober Zeitplan.“

Die Schwaige St. Wolfgang, deren bauliche Grundsubstanz sich laut Jarnach „in sehr gutem Zustand“ befindet, ist vermutlich nach einer „St. Wolfgangs-Kapelle“ benannt worden. Zumindest wird die Kapelle in historischen Schriften erwähnt. Wo sie ihren Standort hatte, ist nicht mehr bekannt. „Vielleicht bringt ja der Umbau mehr Klarheit in die Geschichtsforschung“, hofft Jarnach.

Von Bernhard Jepsen

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