Wieder in Betrieb

Obstpresse des Obst- und Gartenbauvereins Weilheim

Christian Hackl beim Obstpressen
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Christian Hackl beim Obstpressen an der Maschine. Die Presse kann den Saft aus einer ganzen Tonne Obst in nur einer Stunde gewinnen.
  • Mihriban Dincel
    VonMihriban Dincel
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Weilheim – Die Ernte ist dieses Jahr nicht besonders prickelnd. Vermutlich durch das wechselhafte und oftmals stürmische Wetter haben die Obstbäume im Landkreis Weilheim-Schongau gelitten. Das macht sich auch bei der Obstpresse des Obst- und Gartenbauvereins Weilheim bemerkbar.

Laut Christian Hackl, Mostereiwart und Kassier des Obst- und Gartenbauvereins, gab es lediglich zehn Anlieferungen mit insgesamt 650 Kilogramm Obst bei der letzten Pressung. Das sei verhältnismäßig sehr wenig, denn normalerweise habe man eine Stundenleistung von einer Tonne. Der Andrang ist also mäßig gewesen. „Heuer ist nicht viel zu erwarten. Es ist auch nicht viel auf den Bäumen“, begründet Hackl die Lage. Der viele Regen und Hagel habe den Bäumen geschadet.

Dennoch kommen einige Menschen im Landkreis mit ihrem Obst vorbei und lassen einen frischen Saft daraus machen. In Weilheim werden ausschließlich Birnen und Äpfel gepresst. Je nach Sorte erhält man bis zu 60 Prozent Saft. Das heißt, aus 100 Kilo Äpfeln kann circa 60 Liter Flüssigkeit gewonnen werden. Um dann noch einen Saft von hoher Qualität zu erhalten, sollte das Obst möglichst reif sein. Auch sollte es fäulnisfrei und bei der Anlieferung von grobem Dreck befreit sein. Nur so kann ein einwandfreier Ablauf erfolgen. Für ein schnelles Prozedere spielt auch die Leistung der Presse eine Rolle. Diese schafft circa 100 Kilo in einer Viertelstunde. Nur wenn viele Menschen mit kleineren Mengen an Obst vorbei kommen, dauere es länger, da der Wechsel mehr Zeit in Anspruch nehme, erklärt Hackl.

Für die, die ihren Saft haltbar haben möchten, bietet die Obstpresse Bags und Boxes zum Abfüllen an. Hier wird der Saft in Plastiksäcke gefüllt, die in einen Karton mit Zapfhahn gestellt werden. Dieser Karton kann bei der nächsten Pressung wiederverwendet werden. Bei größeren Mengen von 30 bis 50 Litern ist auch das Abfüllen in Fässer möglich.

Ist der Saft dann gepresst und gut verpackt, bleiben die Obstreste, der sogenannte Trester, übrig. Dieser wird bei der Obstpresse in Weilheim aber nicht weggeschmissen, sondern an die Jäger des Landkreises gegeben. Diese verfüttern den Trester später im Winter an die Rehe.

Gepresst wird samstags von 7 bis 10 Uhr. Ob nur fünf oder ganze 100 Kilogramm – die Äpfel und Birnen können einfach vorbeigebracht werden. Bei größeren Mengen empfiehlt Hackl jedoch eine vorherige Anmeldung, um dadurch längere Wartezeiten zu vermeiden. Diese ist telefonisch jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr unter 0881/9279905 möglich.

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