Elfjähriger Ochsenveteran mischt das Teilnehmerfeld auf und wiederholt seinen Sieg von 2013

"Super-Moritz schafft es wieder"

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Ein Superdurchgang. Alle vier Ochsen galoppieren vom Start weg ins Ziel.

Haunshofen – Dass Moritz erneut Sieger wird, daran hatte selbst sein Reiter Josef Adam nicht geglaubt. „Ich dachte, wir scheiden irgendwann im Rennen aus“, sagte er nach dem letzten Ritt. Doch bis es soweit war sahen die fast 10 000 Zuschauer spannende Durchgänge und amüsierten sich prächtig.

Die kleine 500 Seelengemeinde Haunshofen war am vergangenen Sonntag im Ausnahmezustand. Schon lange vor dem inzwischen neunten Ochsenrennen strömten Besucher aus dem gesamten Oberland per Auto und Fahrrad in den Ortskern. Die Zahl der Einwohner vervielfachte sich innerhalb weniger Stunden. Kurz vor dem historischen Umzug, der den Auftakt zum Rennen bildete, säumten mit Fotoapparaten und Handykameras ausgerüstete Schaulustige die Straßen bis in die Naturarena hinein. „Wir haben irgendwann bei 6 648 Zuschauern mit dem Zählen aufgehört“, teilte Moderator Nikolaus Friesenegger bei der Begrüßung der Gäste mit. Die 16 Ochsen und Reiter, unter ihnen war mit Marlies Kergl auch eine Frau vertreten, zeigten in der Qualifikation wie auch in den Finalläufen teils rodeoreife Leistungen, mal Sprints bis ins Ziel, Fehlstarts, und Querfeldläufer. Ins Ziel kamen sie alle, entweder im Ochsengalopp, gemütlich geführt oder auch einmal ganz ohne Reiter. Für die Zuschauer verging die Zeit wie im Fluge. Angeheizt vom turbulenten Geschehen und den Märschen der Musikkapelle Huglfing war friedliche, heitere Volksfeststimmung auf den Hängen beiderseits der Arena angesagt. Das zeigte sich auch bei den zwischenzeitlich von Friesenegger angeregten La Ola Wellen, die im Anschluss zum Selbstläufer wurden und auch die Musikanten erfasste.

Ochsenrennen Haunshofen

Im alles entscheidenden Finale gelang dann Josef Adam auf dem elfjährigen, 26 Zentner schweren Kraftprotz Moritz ein Comeback, das selbst seinen Reiter überraschte. Die Atmosphäre der Siegerehrung hätte durchaus zu einem großen Derby gepasst. Jubel, glänzende Pokale, Glückwünsche und Blitzlichtgewitter von allen Seiten. Die einzig Gelassenen im Trubel waren die Ochsen. Das Resümee der Gäste: „Das war wie in den Vorjahren ein Riesenspektakel“, beschrieb eine junge Frau das Ereignis. Zwei Freundinnen versicherten in vier Jahren wiederkommen zu wollen. „Wir haben uns prächtig amüsiert. Und ja, auf den Sieger haben wir auch getippt, aber leider falsch“, sagten sie schmunzelnd.

Von Georg Müller

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