U.S.-Forces-Museum: The Quartermaster stattet George Clooney Film in Potsdam aus

In Kriegszeit zurückversetzen lassen

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Ralf Haas ist bei allem, was er macht, mit großer Leidenschaft dabei. Das merkt man, wenn man das Museum betritt.

Oderding – Wer hätte gedacht, dass sich hinter einer Stahltür im Oderdinger Gewerbegebiet ein so großer Schatz verbirgt. Ein Chevrolet Master Deluxe aus dem Jahr 1939, eine Harley Davidson WLA 45 und der Willys Jeep stechen sofort ins Auge. Seit 2001 wächst Ralf Haas Leidenschaft zu Uniformen, Utensilien sowie Autos und Motorrädern der U.S. Force aus dem Zweiten Weltkrieg – Originale natürlich.

Kein Wunder, dass er als Berater und Ausstatter für den neuen Film „The Monuments Men“ von US-Schauspieler George Clooney nach Potsdam fliegt, um beim 200 Millionen Dollar Projekt mitzuwirken. Haas ist Mitarbeiter der Firma „Quartermaster V.V.S. Inhaberin Monika Steiner“. Gedreht wird bei der alten Kaserne. Dort wird ein großes Camp aufgebaut, das die Normandie im Jahr 1944 darstellen soll. „Ich wurde von der Filmgesellschaft angerufen. Sie sucht Authentizität und macht keine Kompromisse“, erklärt Haas. Da es mittlerweile in ganz Europa diese Originale nicht mehr gibt, ist er einer der wenigen in Deutschland, der für den Film infrage kommt. Für Nahaufnahmen soll ausschließlich original Ausrüstung hergenommen werden. Uniformen, Mützen, Krankenhausutensilien, Coca-Cola Kisten mit Flaschen aus den 50er Jahren, Kameras, Waffen (nicht mehr funktionsfähig), Plattenspieler und vieles mehr verbergen sich in diesem erstaunlichen Museum. Aber auch kleine Dinge, wie alte Pilotenbrillen, ein Wasch-Set mit Zahnbürste, die fast keine Borsten mehr hat, Seifen, eine Art Taubenuniform, mit der die Tiere an den Körper des Soldaten gebunden wurden, Schmuck und Schreibmaschinen machen das Museum lebendig. Die Geschichte über einen Dolch recherchierte Haas nach. Da die Initialen und die Nummer des Soldaten auf der Ledertasche abgebildet waren, konnte man den Fallschirmjäger, der in Bastogne (belgische Kleinstadt) fiel, suchen. „Es ist schon interessant, was sich hinter diesen einzelnen Stücken für Erlebnisse verbergen“, sagt er.

 Für den passionierten Sammler und Mitglied der Living-History-Society Germany ist es nicht der erste Film. „The Quartermaster“ half schon bei vielen Produktionen mit Requisiten aus. Haas hat großes Interesse an der „gelebten Geschichte“. Sein Wissen hat er sich über die Jahre angeeignet. Seine Leidenschaft brachte er mit ins Geschäft. 

 Wie fing alles an? „In Belgien kaufte die Firma 2001 den ersten Willys Jeep aus dem Jahr 1944. Viele Fahrzeuge sind damals in Europa geblieben“, sagte Haas. Früher kaufte die Firma einiges im Internet, mittlerweile bezieht sie Sachen aus ganz Europa. 

Am 16. Juni muss Haas ein Drittel des Museums einpacken und die sehr wertvollen Gegenstände nach Potsdam bringen. „Das ist eine sehr teure Angelegenheit. Aber das zahlt alles die Produktionsfirma“, lächelt er. Er wird auch andere „Sammler“ aus Europa mitbringen, denn das Netzwerk ist groß. „Ein Kollege hat Utensilien von einem kompletten Krankenhaus.“ Auf die Frage, ob er den Fotos vor Ort machen kann, sagte er: „Leider nein, es herrscht striktes Fotografie-Verbot!“ Schade eigentlich. Mehr Infos gibt es unter www.the-quartermaster.de.

Von Alma Jazbec

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