Ökoprofit Klub schließt 2017 mit Rekordmitgliedszahl von 16 Unternehmen ab

"Eine Win-win-Situation"

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Die ausgezeichneten Unternehmen des Ökoprofit Klubs zusammen mit Justina Eibl, Leiterin Stabsstelle Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung Weilheim-Schongau (re. sitzend); Regina Bartusch, stellvertretende Landrätin Weilheim-Schongau (li. sitzend); Georg Scheitz, stellvertretender Landrat Starnberg (re. steh.); Andreas Roß, Wirtschaftsförderung Landratsamt Bad-Tölz-Wolfratshausen (zweite Reihe, zweiter v. li.); Jörn Peter, General Manager Arqum (li.) und Philipp Poferl, Projektleiter von Arqum (dritter v. re.).

Weilheim – Betriebskosten reduzieren, Profit steigern und gleichzeitig die Umwelt entlasten? Dass das funktionieren kann, beweisen die Mitglieder des Ökoprofit Klubs Starnberg, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen. 16 Unternehmen unterschiedlicher Branchen wurden vergangene Woche bei der Abschlussveranstaltung in Weilheim für ihre erfolgreiche Teilnahme am Ökoprofit Klub ausgezeichnet.

1999 von der lokalen Agenda in Bad Tölz gegründet, etablierte und entwickelte sich Ökoprofit in den Landkreisen immer weiter. Seit 2005 wird das Projekt im Landkreis Starnberg initiiert und seit 2009 ist Weilheim-Schongau dabei. Mit externer Unterstützung durch die Beratungsgesellschaft Arqum werden praxisnahe Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt, um den Betrieben ein geeignetes Programm zur sinnvollen Kombination aus Ökologie und Ökonomie zur Verfügung zu stellen.

Dass dieses Konzept aufgeht, wurde bei der Vorstellung der Projektergebnisse 2016/2017 in der Abschlussveranstaltung deutlich. Eine externe Kommission untersuchte, ob die 16 Unternehmen die Kriterien des Klubs einhalten. Jeder Betrieb besitzt ein sogenanntes Umweltprogramm, in dem die Maßnahmen, die das Unternehmen umgesetzt hat, gelistet sind. Diese reichen von der Bepflanzung von Obstbäumen und der Anschaffung von Bienenvölkern bis zur Erneuerung der Beleuchtung oder Umstellung auf E-Mobilität. Mit 67 Einzelmaßnahmen und vielen weiteren Ideen können jährlich insgesamt 950 000 Kilowattstunden Strom, 650 000 Kilowattstunden Wärme, drei Mio. Liter Wasser und 2 000 Kilogramm Restmüll eingespart werden. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen reduzieren sich die CO2-Emissionen der Unternehmen pro Jahr um eine Mio. Kilogramm. Unter dem Strich beträgt die jährliche Gesamtkosteneinsparung etwa 340 000 Euro.

Die dafür nötigen Maßnahmen wurden den Betrieben im vergangenen Jahr in einem „ausgewählten und interessanten Programm“ vorgestellt, erklärte Philipp Poferl, Projektleiter von Arqum. In vier Workshops wurde über Themen wie Einbindung der Mitarbeiter, alternative Antriebe, rechtliche Änderungen und Energieeigenversorgung informiert. In einem Vor-Ort Termin wurde sichergestellt, ob die Maßnahmen in den Betrieben umgesetzt werden.

Für die erfolgreiche Teilnahme am Ökoprofit Klub überreichten die jeweiligen Vertreter der Landratsämter Urkunden. Die Vergabe für die Betriebe aus dem Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen übernahm Andreas Roß, im Landkreis Starnberg Georg Scheitz und für Weilheim-Schongau Regina Bartusch. Zehn der insgesamt 16 Unternehmen nahmen an der Initiative „Energieeffizienz Netzwerke“ der Bundesregierung teil und erhielten eine zusätzliche Urkunde.

Helmut Mair von Schleicher Fahrzeugteile erklärte bei der Urkundenvergabe: „Wir haben aus jedem Workshop etwas mitgenommen. Zudem haben wir beschlossen, eine Photovoltaik- anlage auf das Dach bauen zu lassen.“ Josef Hammerschmid von der Akademie für Politische Bildung machten die Workshops viel Spaß: „Man nimmt sehr viel mit, auch neben Ökonomie und Ökologie.“ Besonders der Austausch innerhalb des Klubs sei für viele Unternehmen eine Bereicherung, hieß es bei dem Treffen. Wilfried Bonack von der Firma Tunap fügte hinzu: „Der Klub ist eine willkommene Gelegenheit, sich als Unternehmen auszutauschen und weiterzuentwickeln.“

Neben der Präsentation der Projektergebnisse und der Urkundenverleihung stellten Dr. Anne Streit (LMU) und Elisabeth Freundl (Energiewende Oberland) das Projekt „Innovationen für ein nachhaltiges Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene“ (INOLA) vor, in das die Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach involviert sind.

Laut Roß ist Ökoprofit „eine echte Win-win-Situation“ für Unternehmen, da es sowohl „für das betriebswirtschaftliche Ergebnis als auch für die Umwelt gut ist“. Georg Scheitz appellierte an alle: „Klimaschutz ist ein wichtiges Thema, es geht uns alle etwas an, egal ob Zuhause oder im Landkreis.“ Er machte den Unternehmen Mut, andere Betriebe für den Ökoprofit Klub zu begeistern: „Tragen Sie es in die Welt hinaus, sie wird dadurch besser.“

Von Maria Lindner

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