"Ökoprofit"-Runde gestartet – Interessierte Betriebe können noch ins Projekt einsteigen

Den betrieblichen Umweltschutz optimieren und dabei Kosten sparen: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt das Projekt „Ökoprofit“, das die Landkreise Weilheim-Schongau und Starnberg für die Unternehmen in ihrer Region gemeinsam initiiert haben. Mit acht Firmen, je vier aus beiden Landkreisen, wurde das Projekt mit dem ersten Workshop in Weilheim auf den Weg gebracht.

Den drastischen Energiekostenanstieg vor zwei Jahren nahm die „Bauer Unternehmensgruppe“ in Weilheim zum Anlass, qualifizierte Berater zu suchen, die den Maschinenbau- und Motorinstandsetzungsbetrieb (220 Mitarbeiter) auf Einsparpotenziale hin überprüfen. „Das war nicht einfach“, erinnerte sich Klaus Bauer. Als die Energiekosten nach der Hallensanierung nur noch halb so hoch waren, „haben wir Geschmack an der Sache bekommen“, berichtete Bauer in der vergangenen Woche beim Pressegespräch im Weilheimer Landratsamt und zeigte sich interessiert, seine Erfahrungen an die anderen Teilnehmer von „Ökoprofit“ weiterzugeben. Auch die im Bereich Kunststofftechnik und Formenbau tätige Firma „Polymold“ sieht noch Potenzial zur Kosteneinsparung. 500000 kWh Energie verbraucht der 18 Mitarbeiter-Betrieb in Pähl jährlich, wie Peter Mallmann berichtete. Der Landkreis beteiligt sich ebenfalls mit einem Projekt und lässt das Weilheimer Hallenbad, die Jahnhalle und die beiden benachbarten Schulen in punkto Energieverbrauch „auf Herz und Nieren“ prüfen, erklärte Andrea Jochner-Weiß. „Ökoprofit“, gab die Vizelandrätin zu verstehen, „passt gut zur Philosophie des Klimaschutzkonzeptes, mit dem der Landkreis ein deutliches Signal setzen will.“ Beim Erarbeiten und Umsetzen von „Ökoprofit“ (Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik) steht den Firmen die deutschlandweit agierende Beratungsgesellschaft „Arqum GmbH“ zur Seite. Im Rahmen von „Ökoprofit Starnberg“ hätten neun Betriebe innerhalb eines Jahres 16500 Euro, über eine Mio. kWh Strom- und Wärmeenergie sowie 288000 kg CO2-Emissionen eingespart, berichtete „Arqum“-Geschäftsführer Jörn Peter. Das einjährige Projekt umfasst acht Workshops mit Erfahrungsaustausch bei den Teilnehmern vor Ort. In vier Beratungen wird jeder Firma individuell aufgezeigt, in welchen Bereichen Energie und Kosten eingespart, die Umwelt entlastet und mehr Rechtssicherheit – wie bei der Gefahrstofflagerung – erzielt werden können. Bei erfolgreicher Teilnahme wird der Betrieb als „Ökoprofit Starnberg & Weilheim-Schongau 2010-Betrieb“ ausgezeichnet, „ein Imagegewinn“, wie Peter betont, und hat damit einen Großteil des Weges zum Öko-Audit zurückgelegt. „Ökoprofit“ lohne sich für alle Branchen und Betriebsgrößen, hieß es beim Projektauftakt in Weilheim und kostet die teilnehmenden Firmen zwischen 3000 und 4700 Euro. Förderfähige Betriebe erhalten Zuschüsse von Freistaat und Landkreis. Weitere Interessenten können noch bis zum zweiten Workshop nach den Osterferien einsteigen. Auskunft gibt es bei den Landratsämtern und unter Tel. 089/1210994-0.

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