Ökumenische Sozialstation zieht ins Peißenberger Rathaus – Synergien mit Gemeindeverwaltung

Idealen Mieter gefunden

+
Vom Krankenhaus ins Rathaus: Im März 2018 steht der Ökumenischen Sozialstation der Umzug bevor.

Peißenberg – Als die Ökumenische Sozialstation Oberland 2015 vom Paula-Lindauer-Haus ins ehemalige Krankenhaus zog, war klar, dass es sich nur um eine Übergangslösung handeln würde. Nun hat die von der Caritas, der Diakonie und dem ambulanten Krankenpflegeverein getragene, gemeinnützige GmbH aber eine langfristige Bleibe gefunden: Das Peißenberger Rathaus.

Nach dem für Januar 2018 geplanten Umzug der Peißenberger Gemeindewerke ins Rigi-Center wird die Sozialstation ab März die freiwerdenden Räume im Rathaus-Erdgeschoss nutzen. Für die Marktgemeinde, die wie der Landkreis und andere Kommunen über den Krankenpflegeverein an der gemeinnützigen GmbH beteiligt ist, ist die Sozialstation „der ideale Mieter“.

So zumindest steht es in einer Presseerklärung zum anvisierten Umzug: „Es müssen kaum Umbauarbeiten erfolgen, und durch den zehnjährigen Mietvertrag haben beide Seiten ausreichende Planungssicherheit.“ Vor dem Einzug der Sozialstation wird der gemeindliche Bauhof lediglich auf der Grünfläche gegenüber der Parkzone am westlichen Gebäudeteil noch separate Stellplätze für die Einrichtung anlegen. Ansonsten stehen nur kleinere Renovierungsmaßnahmen an.

Laut Claudia Hörbrand, der Geschäftsführerin der Sozialstation, ist die Entscheidung für den Umzug ins Rathaus „ganz bewusst“ getroffen worden. Es habe nie in Frage gestanden, die Sozialstation in eine andere Landkreiskommune zu verlegen. Der Standort Peißenberg liege zentral in der Region und würde mit der Einrichtung enge Bezugspunkte aufweisen.

Als Vorteil sieht Hörbrand zudem die „Synergien“ mit der Rathausverwaltung. Durch die räumliche Nähe könne die Sozialstation künftig auch jene Menschen erreichen, die von sich aus eher nicht den direkten Kontakt mit einer Pflegeeinrichtung suchen würden. „Im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes III ist dieser Umzug ein gutes Signal, denn er zeigt, dass der Marktgemeinde die pflege- und unterstützungsbedürftigen Menschen wichtig sind. Die Menschen können sich zentral vor Ort beraten lassen“, heißt es in der Presseerklärung.

Auch Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni bezeichnet den Einzug der Sozialstation als „positiv und nachhaltig“: „Gerade für ältere Menschen wird es einfacher. Sie können künftig alles mit einem Gang ins Rathaus erledigen.“

Und wie sieht die Zukunft des Krankenhauses aus? Die Marktgemeinde hat bekanntlich Interesse daran, die Immobilie zu erwerben, schließlich liegt selbige an städtebaulich exponierter Stelle. Doch die Angelegenheit zieht sich offenbar noch in die Länge: „Es liegt nicht an uns – mehr sage ich dazu nicht“, hält sich Rathauschefin Vanni auf Nachfrage des Kreisboten bedeckt.

Von Bernhard Jepsen

Auch interessant

Meistgelesen

Zum Glück nur ein Fehlalarm
Zum Glück nur ein Fehlalarm
Frischer Wind in altem Gemäuer
Frischer Wind in altem Gemäuer
"Hören, wie‘s woanders geht"
"Hören, wie‘s woanders geht"
Heizkosten sind der größte Faktor
Heizkosten sind der größte Faktor

Kommentare