1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Weilheim

Offener Brief des Fördervereins Industriedenkmal Radom Raisting

Erstellt:

Kommentare

Offenes Briefkuvert
Dr. Sabine Vetter bittet in einem Offenen Brief darum, die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die die zukünftige Nutzung des Radom untersuchte, zu veröffentlichen. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / thawats

Raisting – Erneut hat sich Dr. Sabine Vetter mit einem Offenen Brief an Landrätin Andrea Jochner-Weiß samt Kreistag und den Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH René Jakob gewandt. Die Vorsitzende des Fördervereins Industriedenkmal Radom Raisting bittet darin, die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die die zukünftige Nutzung des Denkmals untersuchte, zu veröffentlichen.

„Diese Ergebnisse liegen Ihnen seit etwa einem Jahr vor“, schreibt Vetter. „Bürgerinnen und Bürger sollten darüber informiert sein, was die Studie vorschlägt – und was nicht. Und sie sollten an Gestaltung und Betrieb ihres Denkmals beteiligt werden.“ Der Kreistag Weilheim-Schongau hatte relativ zu Beginn der neuen Amtszeit beschlossen, Beteiligungsangelegenheiten, zu denen auch das Radom zählt, grundsätzlich nicht-öffentlich zu behandeln (wir berichteten). Vetter erinnert daran, dass die Abstimmung dazu mit 31:30 Stimmen denkbar knapp ausfiel. Zudem kritisiert sie, dass die „bisherigen Argumente für Ihr intransparentes Vorgehen (...) weiter zu Skepsis und Fragen“ führen würden.

Wie berichtet, ist bisher nur wenig aus der Machbarkeitsstudie nach außen gedrungen. „Bedenken kommen beispielsweise auf, wenn Sie vom Radom als ‚Eventlocation‘ sprechen, es als ‚Filmkulisse‘ anbieten oder sogenannten ‚Influencern‘, um sich und ihre Produkte dort zu performen. Ihr Ziel sei, sagen Sie, damit das Denkmal für Touristen interessanter zu machen und mehr Einnahmen zu generieren.“

Vetter sieht ganz andere Möglichkeiten „das Radom für Besucher aller Art (Tourismus, Schulen, Facheinrichtungen) wirtschaftlich erfolgreich, thematisch spannend, die Region betonend und bürgernah zu betreiben“. Dem Kreistag und Geschäftsführer Jakob lägen dazu bereits Konzepte des Fördervereins vor. Vetter nennt im Offenen Brief folgende Nutzungsmöglichkeiten:

„Satellitenkommunikation: Sie hat hier ihren Anfang und eine bedeutende Geschichte. Diese könnte man vielfältig in Szene setzen, auch ihre aktuelle und zukünftige Entwicklung sowie gesellschaftliche Nutzung. Schulen (MINT-Fächer) und andere Einrichtungen bekundeten schon ihr Interesse.“

Auch erwähnt sie: „Funkamateure der Region wären an der Nutzung der Antenne 1 interessiert, etwa um Groß und Klein die weltweite Live-Kommunikation nahezubringen. (Entsprechende Funktionsfähigkeit der Antenne wird hoffentlich mit den Fördergeldern wieder hergestellt.)“ Zudem führt sie die Nutzung für Ausstellungen an: „Zum Beispiel in Zusammenarbeit mit technischen Einrichtungen und Museen.“

Außerdem wäre das Radom dafür geeignet, dass Künstler und auch andere Kunstschaffende„ihre großformatigen Werke“ dort präsentieren.

Zum Schluss appelliert Vetter: „Bitte bedenken Sie bei Ihren Überlegungen die wertvolle Substanz, die Ihnen mit dem Industriedenkmal Radom gegeben ist. Und binden Sie Bürgerinnen und Bürger in Ihre Pläne ein. Das wäre eine gute Basis für eine zeitgemäße, zukunftsorientierte und wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung des Denkmals.“

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Von Kreisbote

Auch interessant

Kommentare