Tempo 30 effektiver?

Offener Brief zum Thema Umfahrung Weilheim

Diagramm des Lärmpegels am Rathausplatz.
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Dieses Diagramm hat die BI Heimat 2030 erstellt. Es zeigt den Lärmpegel am Rathausplatz.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Weilheim – Die Bürgerinitiative Heimat 2030 (BI) wendet sich in einem Offenen Brief an die Stadt. 

Die Umfahrung werde auf der Homepage der Stadt mit den Worten beworben: „Ganz klar: auf der örtlichen Ebene soll eine bestmögliche Entlastung der Weilheimer Bevölkerung und der Weilheimer Innenstadt erreicht werden.“ Für die BI stellt sich die Frage: „Ist das wirklich so klar?“ Die wohl gravierendste Auswirkung auf die Lebensqualität durch die Verkehrsbelastung sei die Lärmbelastung. „Deshalb hat uns interessiert, wie sich die prognostizierte Verkehrszunahme bis 2035, wie sich Ost- beziehungsweise Westvarianten einer möglichen Umfahrung und wie sich ein Tempolimit (als alternative, einfache Maßnahme) auf die mittlere Lärmbelastung an den Hauptverkehrsstraßen auswirken wird.“

Die BI hat daraufhin nachgerechnet. Die Vorgehensweise ist im Internet einzusehen. In Diagrammen wird unter anderem der Rathausplatz dargestellt (siehe Foto). „Sie sehen: Durchweg kann zum Beispiel ein Tempolimit auf 30 km/h den Lärm genauso effektiv oder sogar noch effektiver als eine Umfahrung reduzieren. Und das quasi kostenlos, ohne aufwendige Planungs- und Bauphasen, ohne Naturzerstörung und ohne Anwohner an anderer Stelle mit neuem Lärm zu belasten.“ Ein Tempolimit auf 30 km/h in Städten könne außerdem die Verkehrssicherheit erhöhen und den Verkehrsfluss verbessern. Ein Beispiel findet sich hier. Aber auch mit Tempolimit bleibe es auf Hauptverkehrsstraßen laut. Das würde der rechnerische Vergleich dreier Hauptachsen mit der Krottenkopfstraße zeigen.

Das Fazit der BI: „An keiner Haupt-Durchgangsstraße kann durch den Bau einer Umfahrung, egal welcher, auf eine Lärmentlastung gehofft werden, die effektiver ist als ein Tempolimit auf 30 km/h.“ Allerdings könne weder durch eine Umfahrung noch durch ein Tempolimit ein Lärmniveau wie in einer ruhigen Wohnstraße erreicht werden. Um Lärm weiter zu reduzieren, müsse die Verkehrsbelastung gesenkt werden, „das heißt, es müssen Möglichkeiten und Anreize geschaffen werden, auf Fahrrad, Bus und Bahn oder die eigenen Füße umzusteigen.“

Solche Maßnahmen könnten auch den Quell-, Ziel- und Binnen-Verkehr reduzieren. In jedem Fall sollte bei der Stadtplanung Vorsorge getragen werden, dass der Verkehr und damit der Lärm nicht immer weiter zunimmt. „Wenn es Ihnen um eine Entlastung der Weilheimer geht, dann setzen Sie sich bitte für Tempolimits, sichere und schnelle Radwege und besseren ÖPNV ein (...).“ Zudem fordert die BI eine „objektive Information“ der Weilheimer, statt mit Begriffen wie Entlastungsstraße „vollkommen unrealistische Erwartungen zu wecken.“

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