Ohne Ökokonto kein Bauland – Stadtrat weist Kritik der Naturschutzbehörde zurück

In nächster Zeit sollen in der Stadt Flächen für ein Gewerbe- und drei Wohngebiete ausgewiesen werden. Dieser Landverbrauch muss an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden. Ein Ökokonto ist anzulegen, und eben dieses hat den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.

Mit der Ausarbeitung des so genannten Ökokontos, das die Ausgleichsflächen katastermäßig erfasst, wurde das Landschaftsarchitekturbüro Wurm beauftragt. Dieses schlägt das „Einbuchen“ von über 2000 m2 Fläche in das Ökokonto vor, was im Gegenzug für bis zu fünf Hektar Bauland ausreichend wäre. Für die Zeit, in der diese Flächen bereits gepflegt werden, ohne dass eine Bautätigkeit erfolgt ist, erhält die Stadt „Zinsen“. „Ein Ökokonto ist im Grunde ein Sparbuch“, verdeutlichte die Leiterin der städtischen Bauverwaltung Karin Groß den Räten. Vier der vorgeschlagenen Flächen, die sich unter anderem im Weilheimer Moos und am Gögerl befinden, stießen bei der Unteren Naturschutzbehörde auf Ablehnung. Die Ausmagerung der Wiesen dauere zu lange, eine Fläche im Moos sei für das Regenrückhaltebecken am Waitzackerbach vorgesehen, begründete das Amt sein Veto. Die Stadträte wollen die „restriktive Haltung des Landratsamtes“ (Bürgermeister Markus Loth) nicht hinnehmen. „Wir müssen nachhaken“, steht für Loth fest. Die Untere Naturschutzbehörde soll jetzt in einer Sondersitzung des Bauausschusses Stellung beziehen. Die Stadt, empörte sich Landwirtschaftsreferent Rupert Pentenrieder (BfW), dürfe sich die Planungshoheit nicht nehmen lassen. Er gab auch die Situation der Landwirte zu bedenken, die beim Bewirtschaften ihrer Flächen immer mehr eingeschränkt würden. Laut Stefan Zirngibl (CSU) sei es sinnvoller, neue Baugebiete in Mittelzentren wie Weilheim zu erschließen, anstatt „in jedem Dorf eine Warze für ein Einheimischenmodell und ein Gewerbegebiet anzubringen“. Alfred Honisch (Grüne) ging es ums „Grundsätzliche“ mit seinem Argument, das beste Ökokonto sei jenes, das keinen Landverbrauch verursache. In der Diskussion wurde kritisiert, dass die bauliche Entwicklung der Stadt nicht durch ökologische Ausgleichsflächen verhindert werden dürfe. Nach dem Beschluss des Stadtrates wird das Ökokonto in kleinerer Version eröffnet – ohne die Flächen am Gögerl – und die Untere Naturschutzbehörde zu einem klärenden Gespräch gebeten. hof

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