Zünftiger Orla-Auftakt mit Minister und Bierkönigin

40 Jahre Oberland-Ausstellung

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Die Stadtkapelle Weilheim spielte zur Eröffnung der Orla am Freitagvormittag.

Weilheim – Nach dem Denkzettel, den die Wähler der CSU bei der Bundestagswahl verpasst hatten und hitzigen innerparteilichen Querelen genoss Markus Söder die gelöste Atmosphäre im Orla-Festzelt. Dort empfingen die Gäste den bayerischen Finanz- und Heimatminister am Freitag mit warmem Applaus.

Flankiert vom Hausherrn Bürgermeister Markus Loth und von Landrätin Andrea Jochner-Weiß traf der Minister und Schirmherr der 21. Oberlandausstellung leicht verspätet ein. Hatten auf der ersten Orla im Jahre 1977 für die 174 Aussteller noch vier Hallen auf einem Fußballplatz ausgereicht, präsentierten diesmal rund 310 vorwiegend regionale Aussteller ihr Angebot in zwölf Hallen und auf dem Freigelände. Seit 1981 ist der Festplatz Ausrichtungsort für die Leistungsschau der heimischen Wirtschaft, führte Bürgermeister Loth in seiner Rede aus. Organisiert wird die Orla, die heuer ihr 40-jähriges Bestehen feierte, seit 2005 von dem Familienunternehmen der Josef Werner Schmid GmbH aus Mörslingen.

Orla 2017

In Zeiten von boomendem Onlinehandel und rasant voranschreitender digitaler Vernetzung sieht Loth die Orla als „Gegenpol, der die Menschen wieder zusammenbringt“. In einem Streifzug schilderte er den Festgästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Schwerpunktthemen und Besonderheiten der Orla 2017.

In Lederhose und Trachtenhemd trat Eric Parra, stellvertretender Bürgermeister der Partnerstadt Narbonne, ans Rednerpult. Mit ihm waren Vertreter der Brauerei „Tete Plates“ nach Weilheim gereist, die ihre Biersorten auf der Orla zum Verkosten anboten. Apropos Bier: Für die zweite Weilheimer Wiesn am Freitag und am Samstag hatte der Dachsbräu extra ein helles Festbier gebraut.

„Dem Handwerk geht es im Großen und Ganzen nicht schlecht“, stellte Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl fest und berichtete von immer neuen Herausforderungen. Im Gegensatz zu manch industriell gefertigter Ware müssten handwerklich hergestellte Produkte jahrzehntelang funktionieren. „Qualität hat ihren Preis, so auch gute Handwerksarbeit“, schloss der Kreishandwerksmeister daraus. Festredner Söder bat er, Weilheim bei einigen anstehenden Projekten „unter die Arme zu greifen“.

2011 hatte Söder, dem auf der Einladung irrtümlich auch der Titel „Landwirtschaftsminister“ zugedacht wurde, als Umweltminister die Orla eröffnet. Wenige Wochen später sei ihm das Finanzministerium angetragen worden. Weilheim scheine für ihn „ein gewisser Zukunftsort“ zu sein und „mit Hoffnungen verbunden“, witzelte Söder, der nach der Wahlschlappe wieder verstärkt als möglicher Seehofer-Nachfolger in den Fokus gerückt ist.

In Weilheim outete sich der CSU-Politiker als „Freund der Kommunen“ und kündigte für sie aufgrund sprudelnder Steuereinnahmen einen „Geldsegen“ an. Auf der Weilheimer Wirtschaftsschau brach er eine Lanze für das Handwerk („das ist Know-how“) und die bayerische Landwirtschaft („eines der wichtigsten Exportschlager sind die Lebensmittel“). Markus Söder war wieder im Wahlkampfmodus angelangt.

Von Maria Hofstetter

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