Ab Juli dreht in Murnau ein "App-gestützter" Ortsbus seine Runden

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Wollen den Ortsbus zum Erfolg machen. V.li.: Clemens Deyerling, Rolf Beuting, Robert Schotten und Philipp Zehnder.

Murnau – Anfang Juli beginnt in Murnau das ‚App-gestützte‘ Ortsbus-Zeitalter. Das System ähnelt dem von Sammeltaxis und sucht in Oberbayern seinesgleichen. Bürgermeister Rolf Beuting findet: „Die Zeit ist reif, neue Konzepte im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auszuprobieren.“

Beuting, Umweltreferent Philipp Zehnder und die Betreiber der Ortsbuslinie, Clemens Deyerling & Robert Schotten, stellten im Rathaus ihr Projekt vor. Der Mercedes-Kleinbus wird nicht auf definierten Routen zu festen Zeiten seine Runden drehen, er kann von den Passagieren per Smartphone-App oder Telefon zu 200 Zusteigestellen gerufen werden. Das Fahrziel ist frei wählbar.

Clemens Deyerling von dem im Innovationsquartier (IQ) ansässigen StartUp „Omobi“ erklärte: „Eine Software berechnet nach den Wünschen der Passagiere die sinnvollste Tour.“ Der Fahrgast erfährt sofort, wann der Bus kommt und wie lange er bis zum Ziel brauchen wird. Der Markt lässt sich den Omnibus viel Geld kosten. Pro Jahr fallen 320 000 Euro Kosten an. Nach Abzug staatlicher Zuschüsse spekuliert Beuting mit einer jährlichen Last für den Gemeindehaushalt von 270 000 Euro abzüglich der Einnahmen des Fahrscheinverkaufs. Der private Autoverkehr koste die Gemeinde ebenfalls sehr viel Geld, wie für den Unterhalt von Parkplätzen und den Bau neuer Tiefgaragen. 40 Fahrgäste pro Tag sind anvisiert, die je zwei Euro pro gebuchter Strecke bezahlen. Start ist am 1. Juli mit einem Bus, für Zeiten mit starker Nachfrage steht ein zweites Fahrzeug bereit. Verkehrszeit ist täglich von sechs bis 20 Uhr, bedient werden alle Gemeindeteile. „Wir kämpfen dafür, dass der Ortsbus ein Erfolg wird“, sagte Schotten.

Von Günter Bitala

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