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Mögliche neue Tarifstruktur des Ortsbusses Murnau diskutiert

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Von: Antonia Reindl

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Symbolfoto: Stopp-Knopf in einem Bus.
Über neue Tarife beim Ortsbus Murnau wurde im Marktgemeinderat diskutiert. © Symbolfoto: PantherMedia /anizza

Murnau – Die Tagesordnung der jüngsten öffentlichen Marktgemeinderatssitzung ist lang, sehr lang, rund 20 Punkte reihen sich aneinander. Lange diskutiert man daher nicht über die möglichen neuen Tarife des Ortsbusses. Stattdessen soll sich nun der Hauptverwaltungsausschuss dem Thema umfassend und vorberatend annehmen. Einen Einblick in die möglicherweise neue Tarifstruktur gibt die Verwaltung in der Sitzung aber schon einmal.

Man habe versucht, alle Nutzergruppen zu berücksichtigen, meint Murnaus Mobilitätsbeauftragter Philipp Zehnder, als er die möglichen Anpassungen im Tarifsystem vorstellt. Ziel der neuen Zahlen soll sein, das Angebot „noch attraktiver zu gestalten“ und zugleich „die Einnahmen durch Fahrtentgelte“ zu erhöhen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Ein Vorschlag der Verwaltung lautet unter anderem, das Einzelticktet, derzeit kostet dieses zwei Euro pro Fahrt, um 50 Cent anzuheben. Nach Zonen abzurechnen, eine Idee, die verworfen wurde, das „wäre zu aufwendig“, so Zehnder. Für Familien mit drei, vier Personen sei die Nutzung des Ortsbusses nicht selten „zu teuer“, weshalb sich die Verwaltung vorstellen könnte, Kinder unter sechs Jahren, in Begleitung Erwachsener, kostenlos fahren zu lassen und „ab einer Gruppengröße von drei Personen einen attraktiven Pauschalpreis zu erheben“, ist in der Vorlage aufgeführt. Ab drei bis sieben Personen könnte eine Fahrt fünf Euro kosten. Der „Versuch, möglichst viel Masse in den Bus zu bringen“, meint Zehnder.

Auch bestünde noch die Möglichkeit, eine Dauer- oder Mehrfachkarte einzuführen, wobei die Verwaltung zu Letzterer tendiert, da mit einer Dauerkarte einer Einzelfahrt „kein monetärer Wert mehr zugeordnet wird“, heißt es aus der Verwaltung. Unter Umständen würden dann auch leicht zu Fuß oder mit dem Rad zu bewältigende Strecken mit dem Ortsbus zurückgelegt werden. Vorstellbar ist für die Verwaltung stattdessen, Zehnerkarten einzuführen, zehn Fahrten für 20 Euro, so der Vorschlag. Diese Karte könnte auch in Chips ausgegeben werden, „wie im Casino“, so Zehnder. Diese Variante „hätte den Charme“, dass man Fahrten verschenken könnte.

Michael Hosp (CSU) will sich da versichern, ob das Neun-Euro-Ticket auch im Ortsbus gelte, was ihm der Mobilitätsbeauftragte bestätigt. Josef Bierling (CSU) wirft dagegen die Frage in den Raum, was man denn mit dem Bus erreichen wolle. Um dann zu antworten: möglichst viele Leute. Mit einem Einzelfahrpreis von zwei Euro sei man schon jetzt „relativ teuer“, sagt Bierling und verweist auf das Bus-Tagesticket in Weilheim für einen Euro. In Schongau koste ein ganzer Tag 2,20 Euro, das Einzelticket 1,50 Euro. Bierling hat auch mit einigen Hechendorfern gesprochen, die den Ortsbus ausprobiert hätten, aber zum RVO zurückgekehrt seien, weil dieser günstiger sei. Wenn man das Ziel verfolge, möglichst viele Personen zu gewinnen, müsse man mit den Preisen runtergehen, mahnt Bierling, ehe Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) die Tarifstruktur des Ortsbusses in die Vorberatung des Hauptverwaltungsausschusses schiebt.

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