"Ökologischer Sachverstand für den Marktrat"

Bündnis 90/Die Grünen präsentieren sich in Peißenberg künftig mit eigenem Ortsverband

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Sieben Mitglieder zählt der neugegründete Ortsverband der Grünen in Peißenberg: Vorne v.li. Michele D´Amico, Karin Sendl, Annette Daiber und George Davis. Hinten v.li. Lars Kühl, Johanna Davis und Michael Sendl.

Peißenberg – CSU, SPD, Bürgervereinigung, Peißenberger Liste – und nun die Grünen: In Peißenberg ist ab sofort eine fünfte politische Kraft aktiv. Sieben Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen haben den „Ortsverband Peißenberg“ aus der Taufe gehoben.

Etwas mehr als eine Stunde dauerte es, bis bei der Gründungsversammlung im Gasthaus „Sonne“ das Wahlprozedere erledigt war. Zum ersten Führungsduo wurden einhellig Annette Daiber (50, Religionslehrerin) und Michele D´Amico (47, Qualitätsmanager) gekürt. George Davis übernahm den Posten des Schriftführers, Karin Sendl wird als Beisitzerin fungieren. Die Ziele des neuen Ortsverbands sind klar gesteckt: Bei den Kommunalwahlen 2020 will man in den Marktrat einziehen – denn, wie es Grünen-Urgestein Michael Sendl formulierte, „der Gemeinderat braucht dringend ökologischen Sachverstand“. Als Beispiele nannte der Bio-Landwirt unter anderem die Mulchung von Straßen- und Wegesrändern durch den Bauhof („Da werden blühende Flächen niedergemacht“) und die Debatte um das Thema „glyphosatfreie Gemeinde“, in der ein „Bauernverbandslobbyist der CSU“ den Verzicht auf sämtliche Spritzmittel abgelehnt habe. Aufs Tapet bringen werden die Peißenberger Grünen sicher auch das geplante Gewerbegebiet-Ost, für das die Gemeinde bekanntlich ein Umlegungsverfahren in Gang gesetzt hat. Damit sollen verwertbare Parzellen geschaffen werden – notfalls auch ohne Zustimmung der Eigentümer.

Daiber bezeichnete den Umgang mit den Landwirten als „krass“: „Als freiheitliche Partei können wir uns so etwas nicht gefallen lassen.“ Der Nutzen des Gewerbegebiets sei ohnehin äußerst fraglich: „Die Firmen, die dort 50 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen könnten, stehen mit Sicherheit nicht Schlange“, glaubt Daiber, die zudem die vom Marktrat beschlossene Gemeinwohlökonomie zur Sprache brachte. „Das hört sich ja alles super an, aber man konnte sich nicht entschließen dem Trägerverein beizutreten“. Damit werde das Projekt ohne Hilfestellung und letztlich „nur mit halber Kraft“ angegangen.

Programmatisch und personell will der neu gegründete Ortsverband nach und nach sein Spektrum erweitern. „Die Resonanz für die Grünen ist in Peißenberg wirklich gut – gerade bei den Jungen“, zeigte sich Michele D´Amico ebenso optimistisch wie Michael Sendl: „Ich kenne ganz viele Leute, die Interesse haben. Es wird überhaupt kein Problem sein, eine kompetente Liste aufzustellen.“ Mit der Gründung des Ortsverbands ist der erste Schritt getan. „Jetzt geht es darum, das Ding am Laufen zu halten“, erklärte Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl. Ein Meilenstein für den Ortsverband könne die Kommunalwahl 2020 sein: „Mit ein bis zwei Leuten in den Gemeinderat einziehen – das wäre die Konstante, die es braucht“, so Grehl.

Von Bernhard Jepsen

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